Die Geflügelfabrik „Gurjewskaja“ deckt zu über 80 Prozent den Bedarf der Region an Hühnereiern. Foto: I.S.

„Wir brauchen keine Eier aus der Türkei“

Die Kaliningrader Handelskette „SPAR“ wird keine Eier im Ausland einkaufen. Wie ein Sprecher der Geschäftsführung mitteilte, „ist die Ware aufgrund der Logistikkosten teurer als lokale Produkte. Für die Lieferung eines Containers aus der Türkei nach Moskau sind 6.000 Euro plus 3.000 Euro für die Weiterbeförderung nach Kaliningrad zu zahlen. Das ist unrentabel.“

Wie bekannt verteuerten sich Eier – eines der am meisten nachgefragten Produkte – in Russland Ende 2023/Anfang 2024 um ca. 40 Prozent. Dies gilt auch für Kaliningrad, wo die Verbraucher bisher aus der Produktion lokaler Geflügelhöfe beliefert wurden. Dazu kam es bei einigen Verkaufsstellen zu Versorgungsengpässen. Die Produzenten nennen zwei Gründe für die Preissteigerung: die Rubelentwertung und logistische Probleme.

Eine erhebliche Preissteigerung ist auch bei Ersatzteilen für Maschinen und Ausrüstungen ausländischer Produktion sowie bei vitaminhaltigen Futtermischungen und Desinfektionsmitteln zu verzeichnen. Es wird immer schwieriger, Liefertermine und -preise zu vereinbaren. Die Behörden geben allerdings einen anderen Grund: Die Nachfrage sei drastisch gestiegen und das Angebot könne nicht Schritt halten. Um die Versorgungslage zu entspannen, wurde von ihnen nun beschlossen, Hühnereier in der Türkei, in Aserbaidschan und Belarus aufzukaufen und die Einfuhrzölle zu erlassen.