Neues Entwicklungskonzept für die Oktjabrski-Insel in Kaliningrad. Abb.: Präsentation für den Städtebaurat

„Ein Manhattan wird das nicht“

Der regionale Städtebaurat hat dem Bau zweier weiterer Wolkenkratzer auf der Oktjabrski-Insel zugestimmt.

Neben der neuen Autobrücke über den Pregel soll ein 26-stöckiger Wohnkomplex und nicht weit vom Stadion ein 20-stöckiges Multifunktionszentrum aus drei miteinander verbundenen Hochhäusern entstehen. Trotz der getroffenen Entscheidung drückten die Teilnehmer der Sitzung ihre Besorgnis darüber aus, dass in diesem Stadtteil entgegen dem früher verabschiedeten Konzept Wolkenkratzer stehen sollen. Zudem wurde während der Sitzung bekannt, dass nicht weit von den genannten Bauvorhaben noch ein weiterer Wohnkomplex mit 18-20 Stockwerken geplant ist. Dies teilt das Informationsportal „New Kaliningrad“ mit.

Die Aussicht auf eine Bebauung der Oktjabrski-Insel gewann an Aktualität, als dort das Stadion für die Fußballweltmeisterschaft 2018 entstand. Damals wurde der Masterplan für das umliegende Gebiet von den britischen Unternehmen „LDA Design“ und „WSP“ in Zusammenarbeit mit dem russischen Architekturbüro „MAP Architects“ erstellt. Laut dieser Unterlage sollte „die Insel für die Stadtbevölkerung ein Ort mit hoher Lebensqualität werden und eine Bebauung mit maximal 16-stöckigen Häusern aufweisen“.

Daran erinnerte bei der Sitzung des Städtebaurats der Architekt Sergej Gulewskij. Seinen Worten nach trafen die Behörden jedoch anschließend die nicht begründete Entscheidung, die Anzahl der Stockwerke für die zu errichtenden Gebäude zu erhöhen, was zu einer Vielzahl von nicht aufeinander abgestimmten Vorhaben geführt habe. „Jeder Architekt pflanzt auf sein Grundstück irgendein Gebäude: der eine ein rotes, der andere ein gelbes – und wir können dann nur noch entscheiden, ob es uns gefällt. Daraus kann nichts Gutes werden, ein Manhattan wird so nicht entstehen“, sagte Gulewskij.