Gouverneur Anton Alichanow (38 J.), ausgebildeter Finanzfachmann und Rechtsexperte, steht seit 2017 an der Spitze des Kaliningrader Gebietes. Foto: KE

Ausgereiste kehren zurück

Deutschland gehört zu den drei Ländern, die den höchsten Anteil an der Zahl der in das Gebiet übersiedelnden Personen stellen.

Laut veröffentlichter Statistik stammten in den ersten zehn Monaten 2023 die meisten Übersiedler aus Kasachstan (569), weitere 322 aus Kirgisistan und 292 aus Deutschland. Insgesamt hat der Bevölkerungszuwachs im genannten Zeitraum 1.356 und in den letzten zehn Jahren 46.888 Menschen betragen.

Alichanow hält den Bevölkerungszuwachs für einen der größten Erfolge des Gebiets. Die Bevölkerungszahl ist vor einigen Jahren auf über eine Million geklettert und dieser Trend hält weiter an. „Aufgrund der geopolitischen Ereignisse sind wir von nicht freundlich gesonnenen Ländern umgeben. Dies hält uns jedoch nicht von der Weiterentwicklung und Bemühungen für ein Ansteigen der Bevölkerungszahl ab. Zusammen mit Moskau und St. Petersburg gehören wir stets zu den Regionen, die für Übersiedler am attraktivsten sind“, unterstrich der Gouverneur.

Fest steht, dass es bereits seit mehreren Jahren im Gebiet keinen natürlichen Bevölkerungszuwachs gibt; die Sterberate übersteigt die Geburtenrate. Die Bevölkerung wächst ausschließlich dank der Einwanderung, die lange Jahre hauptsächlich aus Kasachstan erfolgte. „Aber eines Tages war Schluss damit: Alle Russen und Russinnen, die auswandern wollten, hatten Kasachstan verlassen“, sagte Alichanow. „Meiner Meinung nach beginnt jedoch das Interesse für unsere Region wieder anzusteigen.“

In diesem Zusammenhang werbe die Regierung nicht nur aktiv für eine Übersiedlung, sondern bemühe sich auch, die Meinung derjenigen in Erfahrung zu bringen, die sich bereits im Gebiet niedergelassen haben. „Wir arbeiten eng mit soziologischen Dienststellen zusammen und haben bereits Dutzende von Menschen befragt, die aus Deutschland und dem Baltikum kommen. Sie haben eine positive Haltung und eine gute Einstellung. Viele von ihnen benötigen jedoch Unterstützung seitens der Behörden. Ich selbst plane ein Treffen mit ihnen. Es ist wie oft im Leben: Einige wenige Neugierige kundschaften die neuen Verhältnisse aus und erst dann folgen die anderen ihnen nach. Wir müssen um diese Menschen kämpfen. Wenn wir sie jetzt in irgendeiner Form verschrecken, es ihnen bei uns nicht gefällt, dann lassen sie sich woanders nieder.“ Dieses Zitat aus der Rede von Alichanow führt das Informationsportal „Russkij Sapad“ an.