Street-Art-Künstler in Kaliningrad lassen sich von aktuellen Trends inspirieren. Foto: A. Podgortschuk.

Street-Art ist kurzlebig

Auf einem Pfeiler der Eisenbahnbrücke in Kaliningrad ist seit kurzem das Bild eines sich küssenden Liebespaares zu sehen. Der Autor des Kunstwerkes ist der 24-jährige Kaliningrader  Fernando.

„Ich hatte ein Paar beobachtet, das sich mit Mund-Nasen-Masken küsste“, sagte Fernando. „Sofort wusste ich: Das wäre ein Motiv für mich. Ich engagierte ein bekanntes Paar für ein Fotoshooting und brachte die Aufnahme großflächig an einem Brückenpfeiler an. Das ist die Geschichte hinter diesem Bild.“

Fernando sieht sich selbst nicht als Künstler, sondern als Hobbyfotograf. Ihn interessieren reale Ereignisse und Personen. So habe er auch in diesem konkreten Fall nur ein Foto auf die graue Mauer übertragen und sie dadurch in ein Street-Art-Kunstwerk verwandelt. Die Botschaft, die Fernando vermitteln möchte, lautet: Genießt das Leben mit Umsicht. Von ihm stammen über 30 weitere Bilder an verschiedenen Stellen der Stadt. Meist sind es Mauerrisse oder fehlende Ziegelsteine an unverputzten Stellen, die ihn animieren, dort ein Bild zu positionieren.

Fernando sucht aber auch umgekehrt nach einer treffenden Location für seine Werke, deren Lebensdauer meist recht kurz ist. Die Bilder werden übermalt, weggekratzt oder anders entfernt. Der Künstler macht sich nichts daraus: „Die Kunstgattung Street-Art ist gekennzeichnet durch eine gewisse Kurzlebigkeit“, sagt er.