Kontroversen
09. 10. 2019
Ist Reklame zu international?
Die regionale Staatsanwaltschaft ist besorgt wegen der wachsenden Zahl fremdsprachiger Plakate und Werbeschilder in Kaliningrad, die vor allem in englischer oder deutscher Sprache verfasst sind.

Auf fremdsprachige Reklameschilder stößt man heute in Kaliningrad auf Schritt und Tritt. Foto: I.S.
Die Gesetzeshüter arbeiten derzeit an einem Gesetzesentwurf zur rechtlichen Regelung der Nutzung des lateinischen Alphabets im Gebiet.

Den Anstoß hatten gesellschaftliche und Veteranenvereine mit einer entsprechenden Beschwerde gegeben. Die fremdsprachige Werbung auf den Häuserfassaden in den Hauptstraßen der Stadt nehme beständig zu. Dies sei ihrer Meinung nach besonders am Vorabend des 75. Jahrestages des Sieges im Großen Vaterländischen Krieg zu kritisieren.

Der Vizedirektor der Supermarktkette „SPAR-Kaliningrad“, Aleksej Jelajew, rief die Teilnehmer einer gemeinsamen Sitzung der Staatsanwaltschaft und der Industrie- und Handelskammer dazu auf, keinen Zusammenhang zwischen fremdsprachiger Werbung in der Stadt und den Jubiläumsfeierlichkeiten herzustellen.

Der stellvertretende Leiter der hiesigen Filiale der VTB-Bank, Wladimir Kudin, pflichtete ihm bei, indem er die Vertreter der Staatsanwaltschaft bat, die Nutzung ausländischer Wörter als „Marketingtrick“ und nicht als Versuch zu sehen, „die Gefühle der Veteranen zu verletzen“.

Andere Unternehmer rechtfertigten englischsprachige Werbung mit ihrer Tätigkeit in der Tourismusbranche, wo Englisch eine international gängige Sprache sei.
Der Vorsitzende des IHK-Handelsausschusses, Juri Dergatschow, unterstützte die Meinung der Staatsanwaltschaft teilweise und sprach sich für eine Korrektur der entsprechenden Normen und Gesetze aus.




Devisenkurse: 09. 10. 2019
1 EUR = 71,4500 Rbl
1 US$ = 65,1000 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank