Geschichte & Gegenwart
01. 08. 2019
Kanonendonner und Pulverdampf in Prawdinsk
In Prawdinsk (ehem. Friedland) wurde zum dritten Mal die historische Friedländer Schlacht vom Juni 1807 nachgestellt. Damit wollen die Veranstalter an den damaligen Heldenmut der Soldaten der Kaiserlichen Russischen Armee auf dem Schlachtfeld erinnern.

Ein Reiter auf dem Schlachtfeld erinnert an die Zeit, als es noch keine motorisierte Kriegstechnik gab und Pferde als schnellste Fortbewegungsmittel galten. Foto: I.S.
Um sich die „Schlacht“ anzusehen, waren Schaulustige aus Kaliningrad und anderen Städten und Ortschaften des Gebietes angereist. Die Veranstalter sind Vertreter verschiedener Nationalitäten: Russen, Letten, Polen und Deutsche. Bis es soweit war, mussten an der Schlacht Teilnehmende nach Anreise drei Tage lang in Zelten campieren und sich auf die Nachstellung vorbereiten: Uniformen flicken, üben usw. Das Ergebnis war der Mühe wert: Die Nachstellung der historischen Schlacht wurde zum Höhepunkt des gesamten Jahres in Prawdinsk.

Bekanntlich wurde im Juni 1807 bei Friedland zwei Tage lang erbittert gekämpft. Erst als die Übermacht der angreifenden Franzosen gegen Ende des zweiten Tages der Schlacht offensichtlich wurde, ordnete der Befehlshaber der Russischen Armee, Leontij Bennigsen, an, das Feuer einzustellen.

Mehrere russische Regimenter hatten als Nachhut auf dem Schlachtfeld den Auftrag, den Ansturm der französischen Truppen zu stoppen. Sie waren dabei einem Hagel von Gewehr- und Kanonenkugeln ausgesetzt, legten dennoch Mut und Standhaftigkeit ohnegleichen an den Tag. Die Soldaten räumten das Schlachtfeld nicht.

Die mutigsten Krieger wurden später zum ersten Mal in der Geschichte der russischen Streitkräfte mit dem St.-Georgs-Kreuz ausgezeichnet. Friedland/Prawdinsk kann also mit Recht als Heimat dieser hohen Auszeichnung und ihres heute so populären Symbols, des St.-Georgs-Bandes, betrachtet werden.




Devisenkurse: 01. 08. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank