Wirtschaft
02. 07. 2019
Hochseehafen Jantarny als Wettbewerbsfaktor
Der geplante Hochseehafen Jantarny könnte das wirtschaftliche Kräfteverhältnis im Ostseeraum verändern und für die Ostseehäfen Gdansk und Klaipeda eine Konkurrenz darstellen.

Ob der schöne und breite Sandstrand bei Jantarny durch die Baupläne in Mitleidenschaft gezogen wird? Foto: I.S.
Dies berichtet das polnische Webportal „Rynek Infrastruktury“ und weist darauf hin, dass die Ostseehäfen Gdansk und Klaipeda nach dem Umfang umgeschlagener Güter heute den vierten bzw. fünften Platz im Ostseeraum einnehmen.

Der Hafen Jantarnyj könnte nach Meinung des polnischen Webportals das Tor zum Norden für Mittel- und Osteuropa werden und den Einfluss Russlands auf das Marktgeschehen in Europa intensivieren. Russische Verkehrs- und Speditionsfirmen würden dann ihre Güter auf dem Wasserweg nach Deutschland transportieren und den Lkw-Transitverkehr durch die Ostsee-Anrainerländer erheblich reduzieren können. Letzteres würde auch für Polen einen finanziellen Verlust bedeuten.

Die regionale Webseite „Kaliningrad.ru“ gibt jedoch zu bedenken, dass die Inbetriebnahme des Hochseehafens Jantarny nicht so bald zu erwarten sei. Außer den eigentlichen Baukosten werde Russland viel in den Ausbau der Infrastruktur investieren müssen: Es seien noch eine ca. 20 km lange Zufahrtsstraße und eine Eisenbahnstrecke zu bauen.

Präsident Wladimir Putin hat sich jedoch für dieses Bauvorhaben ausgesprochen. Die geplante Umschlagleistung des Hochseehafens Jantarny wird mit 48 Millionen Tonnen, die gesamten Projektkosten inklusive des Baus von Autostraßen- und Eisenbahnanschlüssen mit 200 Milliarden Rubel angegeben. Mit 50 Milliarden Rubel werde sich der Staat an der Umsetzung des Bauvorhabens beteiligen, der Restbetrag soll aus Privatinvestitionen beglichen werden.




Devisenkurse: 10. 09. 2019
1 EUR = 72,3000 Rbl
1 US$ = 65,4400 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank