Geschichte & Gegenwart
31. 05. 2019
Neutief bleibt unter militärischer Verwaltung
Die Gebäude und Anlagen des ehemaligen Seefliegerhorstes Neutief auf der Frischen Nehrung werden nicht unter Denkmalschutz gestellt.

Die Reste der Festung Pillau, die im 17. Jahrhundert auf Anweisung des schwedischen Königs August II. gebaut wurde, befinden sich nur ein paar hundert Meter von Neutief entfernt. Foto: I.S.
Dies hat der Leiter der regionalen Denkmalschutzbehörde, Jewgenij Maslow, erklärt. Als Grund wird angegeben, dass das Hafengelände und die darauf befindlichen Bauten noch immer unter militärischer Verwaltung stehen.

„Neutief ist ein rein technisches Objekt und es spielt keine Rolle, dass es nicht mehr genutzt wird und dass einige Teilobjekte Privatpersonen übereignet wurden“, sagte Maslow. Die Denkmalschutzbehörde hat den Vorschlag des russischen Kulturministeriums, den nördlichen Teil der Frischen Nehrung für touristische Zwecke zu nutzen, abgelehnt.

Zur Information:

Der Flugplatz Neutief stammt aus der Zeit der deutschen Wehrmacht, gebaut wurde er in den 1930er Jahren. Nach dem II. Weltkrieg war hier bis 1995 eine Einheit der sowjetischen Luftstreitkräfte stationiert. Seit dem Abzug des Militärs ist das Objekt unbewacht und verfällt zusehends, wird jedoch von zahlreichen Touristen besucht. Der regionale Kultur- und Tourismusminister Andrej Jermak sprach sich wiederholt dafür aus, die Hangars und Anlagen der ehemaligen Wasserflugzeugbasis auf der Frischen Nehrung für touristische Zwecke zu erhalten. Dafür müsste ein Investor gefunden werden, der bereit wäre, unter den Bedingungen einer durch die militärische Verwaltung eingeschränkten Nutzung des Geländes zu agieren.

Die Befürworter dieses Projektes haben sich an die zuständigen Stellen in Moskau mit einem Schreiben gewandt, in dem sie ihre Ideen zum Erhalt und zur sinnvollen Nutzung des Naturschutzgebietes darlegen. Sie schlagen beispielsweise vor, die alten Fähren gegen neue zu ersetzen, eine gute Straße bis an die Grenze zu Polen zu bauen, auf der Nehrung ein Delfinarium mitsamt einem wissenschaftlichen Zentrum für Ozeanologie und Meeresbiologie zu gründen, um dort wertvolle und vom Aussterben bedrohte Fischarten wie Ostseestöre züchten zu können. Des Weiteren soll ein balneologischer Kurort entstehen, Hotels, Gasthäuser und Campingplätze gebaut sowie Parks und Grünanlagen angelegt werden.

Die Zentralregierung wird diese Vorschläge prüfen und den Initiatoren schriftlich Bescheid geben. Dass diese Ideen jedoch angenommen werden, ist wenig wahrscheinlich, da die Maßnahmen zu arbeits- und kostenaufwendig sind.




Devisenkurse: 31. 05. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank