Kultur
06. 05. 2019
Musik baut Brücken
Konzerte des Kaliningrader Sinfonieorchesters in Deutschland sind eine jahrelange und gute Tradition.

Das Publikum spendet dem Orchester in Hoppegarten dankbar Applaus. Foto: I.S.
War das am 14. April nun das neunte oder gar zehnte Konzert des Kaliningrader Sinfonieorchesters in Hoppegarten, nur zwei Schritte neben der Berliner Stadtgrenze in Richtung Osten gelegen? So genau zählt das hier keiner mehr, denn die Konzerte sind über Jahre zu einem festen Bestandteil des Kulturlebens in diesem Ort geworden. Begonnen hatte all das vor langem mit einem improvisierten Konzert im Garten eines deutschen Freundes von Arkadij Feldman, Komponist und Dirigent des Kaliningrader Sinfonieorchesters.

Die Konzerte in Hoppegarten sind ein für die Bürger des Ortes überaus erfreulicher Nebeneffekt von Reisen des Orchesters in weitaus größere deutsche Städte und Orte. Ist die musikalische Konzertarbeit dort getan, braucht man auf der Rückreise eine Übernachtungsstätte. Und die liegt nicht allzu weit entfernt im polnischen Slubice an der Oder.

Stand bislang deutsche und russische Klassik auf dem Programm, so war es diesmal doch anders: „Straßenmelodien im Smoking“ waren das Motto. BEATLES, ABBA, Melodien aus Hollywood, französische Chansons, Melodien von Frank Sinatra und aus dem Repertoire des Orchesters von Paul Mariat lösten einander ab. Dem großartigen Arrangement von Arkadij Feldman sei Dank! Das war kein Herunterklopfen mehr oder weniger bekannter Melodien. Das war eine Vorstellung des Könnens der Musiker, die auch bei ihren Soli immer wieder Beifall ernteten. Dank auch dem Bürgermeister, der mit außerordentlich solider Vorbereitung die Zuhörer in die Musik einführte. Und Dank auch der Sopranistin Helena Goldt.

Die großen Gewinner dieses Abends: die Freude an der Musik und die Sympathie, die Deutsche, Russen und wohl alle Menschen für die Freundlichkeiten auf dieser Welt und für ein gutes Miteinander empfinden. Zum Abschluss erklangen neben starkem Beifall herzliche Abschiedsrufe auf deutscher wie russischer Seite: „Kommt bitte bald wieder!“ und „Wir kommen so gern zu euch!“

Haug von Kuenheim




Devisenkurse: 06. 05. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank