Zusammenarbeit
01. 04. 2019
„Kein Weg ist ihr zu weit und keine Mühe zu groß“
Schwester Maria Innocenza Bartelt aus der katholischen Kongregation der Franziskanerinnen im Bistum Osnabrück ist mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet worden.

Geteilte Freude – doppelte Freude: Schwester Maria Innocenza Bartelt und ihr langjähriger Mitstreiter in Sachen christliche Bedürftigenhilfe, Pfarrer Anupras Gauronskas, sahen sich am Tag der Ordensverleihung wieder. Foto: Autor
Die feierliche Überreichung des Ordens fand am 15. März 2019 in Fürstenau-Hollenstede statt. Der katholische Pfarrer Anupras Gauronskas, der im Kaliningrader Gebiet mehrere Kirchgemeinden betreut, kennt Schwester M. Innocenza seit Anfang der 1990er Jahre, als sie begann, Transporte mit Hilfsgütern für Kaliningrad zu organisieren.

Auch in den folgenden Jahren haben die beiden in engster Zusammenarbeit viel zum Wohle bedürftiger Menschen in unserem Gebiet beigetragen. Pfarrer Gauronskas ließ es sich daher nicht nehmen, trotz seines fortgeschrittenen Alters und der angeschlagenen Gesundheit persönlich bei der Ehrung der Schwester M. Innocenza anwesend zu sein.

Dass zur feierlichen Verleihung des Bundesverdienstkreuzes im Saal des Gasthauses Johannemann im Fürstenauer Ortsteil Hollenstede auch ein katholischer Pfarrer aus dem russischen Kaliningrad angereist war, sorgte unter den Versammelten im Saal für freudiges Erstaunen. Schwester M. Innocenza war selbst so überrascht und erfreut, dass sie Anupras Gauronskas sofort an ihren Tisch bat.

Nach den Ansprachen von Bürgermeister Herbert Gans, Landrat Michael Lübbersmann und dem Leiter des Vereins „Königsberghilfe“ Theodor Große-Starmann ergriff im Namen aller Kaliningrader Gebietsbewohner auch Pfarrer Gauronskas das Wort.

„Kein Weg war unserer Schwester Innocenza damals zu weit und keine Mühe zu groß“, sagte er und zählte all die guten Taten auf, welche die agile Ordensschwester in den fast dreißig Jahren ihres aktiven Einsatzes für die Bedürftigen im Kaliningrader Gebiet auf den Weg gebracht hatte. Dazu gehört beispielsweise ihr Engagement für das wunderschöne Kinderheim „Kolosok“ mit einem Werk- und Gymnastikraum in Bagrationowsk (ehem. Preußisch Eylau), für die Suppenküche, die Ambulanz und Kleiderkammer für bedürftige Menschen in der Lesopilnja-Straße in Kaliningrad, für die Sozialstation Rasdolnoje bei Laduschkin (ehem. Ludwigsort), den kostenlosen Kindergarten in Kosmodemjanski und die Kapelle des Heiligen Antonius in Krasnosnamensk (ehem. Haselberg).

„Natürlich beschränkt sich die Tätigkeit unserer werten Schwester Innocenza nicht nur auf das Kaliningrader Gebiet“, betonte Pfarrer Gauronskas. „Sie wirkte damals wie heute für das Wohl aller Menschen in Europa und der ganzen Welt. Dafür ist sie heute mit dem Bundesverdienstorden geehrt worden. Ich kenne sie aber besser von ihrer Arbeit in unserem Gebiet. Wenn ich allein diesen Teil ihres Lebenswerkes zusammenfasste, würde ich mehrere Buchbände füllen.“

Im Gespräch mit den Gästen der feierlichen Versammlung in Hollenstede ergänzte Pfarrer Gauronskas: „Ich könnte Ihnen sicherlich noch mehr über die guten christlichen Taten von Schwester Innocenza berichten. Ihr Name verdient es wahrhaftig, in die Geschichte unserer christlichen Gemeinden, ja in die Geschichte unseres Teils Europas, MIT GOLDENEN LETTERN eingetragen zu werden. Das wird ihr natürlich in der ‚Himmelskanzlei‘ unseres Herrn Jesus Christus hoch angerechnet. Es ist aber auch schön und gerecht, dass ihre uneigennützige, vielseitige und hilfreiche Tätigkeit nun von der irdischen Institution Bundesregierung gewürdigt wurde.“

Viktor Tschernyschov




Devisenkurse: 31. 05. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank