Geschichte & Gegenwart
28. 02. 2019
Brotladen bleibt erhalten
Engagierte Bürger setzen sich für den Erhalt des historischen Brotladens im Badeort Selenogradsk ein.

Dem Brotwarenverkauf an historischem Ort in Selenogradsk (ehem. Cranz) steht nichts mehr im Wege. Kunden gibt es genügend und es kommen immer neue hinzu. Foto: I.S.
Der Leiter der Denkmalschutzbehörde Jewgeni Maslow bestätigte, dass der Brotladen „Gnom“ (russ.: Zwerg) in der Kurortnaja-Straße auf Bitten der Stadtbewohner auf die Liste der Kulturerbeobjekte gesetzt wurde. Allein diese Tatsache schließt die Möglichkeit eines Abrisses aus.

Der Brotladen ist fast das einzige erhalten gebliebene Baudenkmal im Gebiet, das seinerzeit vollständig aus Holz gebaut worden war.

Der bautechnische Zustand der architektonischen Rarität ist bedauernswert, der Laden ist über 100 Jahre alt und in all dieser Zeit wohl nie saniert oder überholt worden. Der jetzige Inhaber des Ladens, Karen Galstjan, trifft Maßnahmen zum Erhalt dessen historischen Aussehens. Er misst alle Konstruktionsteile, selbst die kleinsten, sorgfältig aus, hat einen Tischler, einen echten Meisters seines Fachs, angeheuert und einen Fichtenbaumstamm gekauft, der acht Jahre lang getrocknet worden ist.

Galstjan fühlt sich für den Erhalt des in seinem Besitz befindlichen Baudenkmals verantwortlich und ist überzeugt, dass er es authentisch restaurieren kann. Der Brotladen hat trotz des Sanierungsvorhabens nicht geschlossen.

Der KE-Reporter war beim Besuch dort überrascht, wie groß die Auswahl an Broten, Brötchen und leckeren Kuchen ist. „Unsere Waren gehen tatsächlich wie warme Semmeln weg“, sagte ihm die Verkäuferin. „Der drohende, aber abgewendete Abriss hat als prima Werbung gedient. Wir haben jetzt viel mehr Kunden als vorher.“




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Quelle:Russ. Zentralbank