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28. 02. 2019
30 Jahre Engagement mit Kraft und Vertrauen
Frau Professor Gudrun Schmidt-Kärner ist mit einer der höchsten Auszeichnungen Deutschlands, dem Bundesverdienstkreuz, geehrt worden. Die feierliche Überreichung des Ordens fand in Kaliningrad statt.

Das Bundesverdienstkreuz erhielt Gudrun Schmidt-Kärner für ihr Engagement und ihre Verdienste im Kaliningrader Gebiet. Foto: I.S.
Der Zeremonie wohnten zahlreiche russische Gäste, Vertreter der Gebietsregierung, der Gebietsduma und der Kaliningrader Außenstelle des russischen Außenministeriums bei.

Aus Deutschland waren Stefan Musiolik, Leiter des Referates Ostseeangelegenheiten im Europa-Ministerium des Landes Schleswig-Holstein, sowie mehrere Mitglieder des Fördervereins für Jugendbildung und Wirtschaftsbeziehungen Norddeutschland-Kaliningrad e.V., der 1991 in Lübeck gegründet worden war, angereist. Der Generalkonsul Deutschlands in Kaliningrad, Dr. Michael Banzhaf, überreichte Frau Professor Schmidt-Kärner die hohe Auszeichnung.

Viele Gebietsbewohner kennen Schmidt-Kärner und sind dieser tatkräftigen Frau sehr dankbar dafür, dass sie deren persönliches Schicksal mit größter Anteilnahme und Interessiertheit beeinflusst und mitbestimmt hat. Ihr Engagement reicht weit in die 1990er Jahre zurück. Es ist jetzt fast dreißig Jahre her, dass sie unsere Stadt zum ersten Mal besuchte und den Beschluss fasste, ihr Leben fortan der Unterstützung bedürftiger Menschen, vor allem von Kindern und Jugendlichen, zu widmen. Sie engagierte sich stark in Deutschland, um Kinderheime, die es damals besonders schwer hatten, finanziell zu unterstützen.

„Wir hätten ohne diese Frau einfach nicht überlebt“, betonte in seiner Ansprache der ehemalige Leiter eines Selenograder Kinderheims, Wassili Issajew, in seiner Ansprache. „Die Finanzierung war sehr knapp. Wir konnten uns nicht genug Nahrungsmittel oder Kleidung leisten und hatten kein Geld, um Nebenkosten zu bezahlen. Die Hilfe kam aber zur rechten Zeit!“

Projekte aus den Bereichen Soziales, Berufsbildung und Landwirtschaft lagen Professor Gudrun Schmidt-Kärner stets besonders am Herzen. Das betraf die Organisation von Hilfslieferungen ins Kaliningrader Gebiet, Unterstützung von Kinderheimen in Selenogradsk und Bolschoje Issakowo, der Schule Nr. 23 und des 2003 in Kaliningrad ins Leben gerufenen Projektes „Haus Chance“, in dem ohne Eltern aufgewachsene Jugendliche betreut wohnen und bei der sozialen Eingliederung unterstützt werden. Wichtig war das Praktikantenaustauschprogramm Kaliningrad-Lübeck, das von 1992 bis 2010 durchgeführt wurde. Professor Schmidt-Kärner hat auch den Anstoß zur Gründung des Hansebüros Kaliningrad gegeben, dessen Nachfolgeorganisation „Hanse Office Kaliningrad“ seit 2017 im Gebiet tätig ist.

„Ich freue mich, dies in Kaliningrad tun zu dürfen, umgeben von Menschen, die Zeugnis von Ihrem Engagement ablegen können, von Menschen, denen Sie helfen konnten und von denen Sie Unterstützung und Zuspruch erfahren haben“, sagte Generalkonsul Dr. Michael Banzhaf in seiner Laudatio auf Professor Gudrun Schmidt-Kärner. „Ihnen ist es gelungen, Menschen zusammenzubringen und für die deutsch-russische Zusammenarbeit zu begeistern. Sie haben maßgeblich dazu beigetragen, Brücken zwischen Schleswig-Holstein und dem Kaliningrader Gebiet zu bauen. Diese Brücken sind breit genug, damit alle, die dies wollen, darüber gehen können, und fest genug, um nicht bereits bei der kleinsten Erschütterung Risse zu zeigen.“

Ausdruck der engen regionalen Zusammenarbeit sind unter anderem die Partnerschaft zwischen der Landesregierung Schleswig-Holstein und der Kaliningrader Gebietsregierung – eine Partnerschaft, die in diesem Jahr ihr zwanzigjähriges Jubiläum feiert – sowie die Partnerschaft zwischen dem Landtag Schleswig-Holstein und der Kaliningrader Gebietsduma, die im kommenden Jahr auf zwanzig Jahre ihres Bestehens zurückblicken kann. „Es ist geplant, Ende 2019 eine Delegation aus Kaliningrad unter der Leitung von Gouverneur Anton Alichanow in Schleswig-Holstein durch den Ministerpräsidenten Daniel Günther zu empfangen“, bestätigte Stefan Musiolik, Referatsleiter aus Schleswig-Holstein. „Dieser Besuch wird ein neuer und sehr wichtiger Schritt auf dem Weg unserer Zusammenarbeit sein.“

Zum Schluss der Zeremonie ergriff Professor Schmidt-Kärner das Wort und betonte, dass ihre Arbeit sie glücklich mache. Dies wäre aber ohne gegenseitiges Vertrauen, das ihr in Kaliningrad entgegengebracht wurde, nicht möglich. „Als Gemeinschaft sind wir stark“, unterstrich sie und dankte allen Anwesenden für die gemeinsame Arbeit.

(kinfa)




Devisenkurse: 28. 02. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank