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01. 02. 2019
Erfolg auf der „Grünen Woche“
Unsere Region hat an der „Grünen Woche“ in Berlin, der größten Agrarmesse der Welt, teilgenommen. Der Eröffnung der Messe wohnten das Gebietsoberhaupt Anton Alichanow und der russische Landwirtschaftsminister Dmitri Patruschew bei.

Gouverneur Anton Alichanow (r.) besichtigt die Ausstellung rassiger Zuchttiere auf der „Grünen Woche“ in Berlin. Foto: I.S.
Am Ausstellungsstand der Fischereikolchose „Sa Rodinu!“ herrschte an diesen Tagen ein großes Gedränge. Die Kaliningrader boten den Besuchern russische Eierkuchen mit Lachskaviar und Heringspastete sowie Brötchen mit Schneekrabbenfleisch zur Verkostung an. Eine wahrhaft königliche Bewirtung! „Sehr lecker“, dankten es die Besucher, ließen sich den salzigen Geschmack der Fischdelikatessen auf der Zunge zergehen und wandten sich sodann den Süßwaren zu, die am Stand der Großbäckerei Nr. 1 ausgestellt waren. Torten, Kuchen, Zuckerbrote und Kekse versprachen ebenso intensive Gaumenfreuden.

Insgesamt sollen auf der „Grünen Woche 2019“ 6.300 Portionen verschiedener und für die Region typischer Speisen für die Besucher der Kaliningrader Ausstellungsstände zubereitet worden sein. So wurden Kanapees aus dem Roggenbrot „Borodinski“ mit Ostseesprotten, Ei und Zitronenöl angeboten sowie mit Sprotten belegte und Sahnekäse bestrichene Selenograder Weißbrotstangen. Des Weiteren gab es Dorschlebersalat, Fischsuppe und Sprotten in Tomatensoße. Die Besucher ließen sich all diese Leckereien schmecken. Wie bekannt stammt ein beträchtlicher Teil der russischen Fischkonservenproduktion aus unserem Gebiet: Von insgesamt 550.000.000 sogenannten Einheitsdosen, die in Russland pro Jahr produziert werden, entfallen über 180.000.000 auf Kaliningrad. Auch die regionale Milchverarbeitungsindustrie präsentierte ihr Warensortiment: verschiedene Sorten von Käse, Quark, Milch, Sahne und Joghurt.

Die „Grüne Woche“ hat zweifelsohne den Bekanntheitsgrad Kaliningrader Waren auf dem europäischen und weltweiten Markt gefördert, neue Kooperationsbande geknüpft und Investoren auf das Gebiet aufmerksam gemacht. Obwohl die offiziellen Geschäftsergebnisse noch nicht veröffentlicht wurden, ist bekannt, dass es zur Unterzeichnung mehrerer Absichtsprotokolle gekommen ist.

Der russische Landwirtschaftsminister Patruschew besuchte die Messehalle mit der Kaliningrader Ausstellung und ließ sich von Gouverneur Alichanow über die neuesten Entwicklungen in der Agrarindustrie informieren. Alichanow hob dabei die Bedeutung eines jüngst gegründeten Gen-Zuchtzentrums für die Milchviehwirtschaft, des ersten in ganz Russland, hervor. Es handele sich dabei um ein einzigartiges Investitionsprojekt im Wert von insgesamt 630 Millionen Rubel, das im Gebiet von der Unternehmensgruppe „Salesskoje moloko“ in Kooperation mit den deutschen Firmen „Masterrind“ und „RBB“ umgesetzt wird. Ziel des Projektes ist es, Rinder ohne Gendefekte zu züchten und zu verkaufen. Die Kooperationspartner seien jetzt dabei, den bautechnischen Teil ihres Projektes in Angriff zu nehmen.

Der agrarwirtschaftliche Sektor entwickelt sich im Gebiet dynamischer als jeder andere Wirtschaftszweig. Bei einigen Produktgruppen nimmt die Exklave eine führende Position ein. So gehört sie bei den Rapserträgen zu den drei besten und bei den erzielten Getreideerträgen zu den zehn besten Regionen Russlands.

2018 errang Kaliningrad den ersten Platz in Russland nach Maiserträgen. Diese betrugen im Gebiet 113 Zentner pro Hektar (1 Zentner wiegt in Russland 100 Kilogramm – Anm. d. KE-Red.). Zum Vergleich: Die Mais-Durchschnittserträge liegen in Zentralrussland bei meist nur 49 Zentner pro Hektar.

Das Gebiet gehört auch bei den Pro-Tag-Melkerträgen zu den produktivsten Regionen Russlands. Gegenüber dem russischen Durchschnittswert von 14,5 Kilogramm (Diese Werte werden in Russland traditionell nicht in Litern, sondern in Kilogramm gemessen – Anm. der KE-Red.) liegt hier der Wert bei 19,6 Kilogramm.

2018 begann man in der Agrarwirtschaft des Gebietes mit der Umsetzung folgender neuer Investitionsprojekte:

– Bau einer 3,3 Hektar großen, ganzjährig betriebenen Gewächshaus-Anlage der Orbita-Agro-GmbH mit dem Ziel der zusätzlichen Produktion von 900 Tonnen Gemüse außerhalb der Saison;

– Bau eines für 40.000 Tonnen Getreide und Ölsaaten ausgelegten Getreidespeichers der Romanowski-Agro-GmbH;

– Bau einer weitgehend automatisierten Kükenaufzuchtstation der Unternehmensgruppe „Produkty pitanija“ für 45 Millionen Hühnereier mit dem Ziel einer Reduzierung der Abhängigkeit von Warenimporten;

– Bau des ersten Teils einer weitgehend automatisierten Geflügelfabrik der Unternehmensgruppe „Dolgov Group“ für 1 Million Hühner;

– Bau eines neuen Tierzuchtkomplexes der Agroholdinggesellschaft „Miratorg“ mit erwarteten Baukosten von über zwei Milliarden Rubel;

2019 plant man die Fertigstellung und Inbetriebnahme von zwei neuen Rinderställen bei Neman und Tschernjachowsk. Dadurch soll es möglich werden, den vorhandenen Rinderbestand auf 100.000 Tiere aufzustocken. Derzeit gibt es im Kaliningrader Gebiet bereits elf High-Tech-Viehställe der Holdinggesellschaft „Miratorg“ mit insgesamt 65.000 Tieren.




Devisenkurse: 01. 04. 2019
1 EUR = 72,7200 Rbl
1 US$ = 64,7300 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank