Städtebau
31. 10. 2018
Problemfall Dom Sowjetow – kommt der Stein ins Rollen?
Die Gebietsregierung beabsichtigt, das Haus der Räte, welches seit 1986 als unvollendetes Bauvorhaben leer steht, zurückzukaufen und fertigzustellen.

Die Bauruine des Dom Sowjetow steht bald ein halbes Jahrhundert. Foto: I.S.
„Wir planen, das Haus der Räte durch Rückerwerb wieder zum regionalen Eigentum zu machen. Es ist möglich, dass mit dem Wiederaufbau des Hochhauses bereits im kommenden Jahr 2019 begonnen wird“, sagte Gouverneur Anton Alichanow.

Zuvor hieß es, das Gebiet suche einen Investor, der bereit und willens wäre, die Bauruine Dom Sowjetow von dessen heutigem Inhaber zu erwerben und sie fertigzustellen. Man spielte mit dem Gedanken, dort die Behörden der Stadt- und Gebietsebene unterzubringen.

Zur Erinnerung: Das Haus der Räte ging Anfang der 2000er Jahre für lächerliche 7,3 Millionen Rubel in Privathand über. Eine Firma mit Sitz in Moskau wurde damals zum neuen Inhaber des Rätehauses. Die öffentliche Hand büßte infolge dieses voreiligen und unvernünftigen Geschäftes mehrere hundert Millionen Rubel ein. Nach Expertenschätzungen konnte damals der Marktpreis des unvollendeten Hochhauses „Dom Sowjetow“ selbst unter Berücksichtigung seines angegriffenen technischen Zustandes unmöglich unter 275 Millionen Rubel liegen. 2009 wurde auf gerichtlichem Wege erwiesen, dass die Aktiengesellschaft „Kultur- und Geschäftszentrum“, der damalige Verwalter des Dom Sowjetow, den Verkaufspreis absichtlich so niedrig angesetzt hatte. Die Baukosten für die jetzt geplante Fertigstellung des Rätehauses können je nach Einschätzung bis zu drei Milliarden Rubel betragen.




Devisenkurse: 31. 10. 2018
1 EUR = 74,4200 Rbl
1 US$ = 65,6000 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank