Stadt und Menschen
05. 06. 2018
„Er bleibt für immer in unseren Herzen“
Eine traurige Nachricht erreichte uns im Januar: Der Vorsitzende des Clubs der russischen Heimatforscher, Aleksej Gubin, ist verstorben.

Heimatforscher Aleksej Gubin bei einer öffentlichen Veranstaltung in der Tschechow-Bibliothek im September 2016. Foto: V.Tsch.
Als ich 1991 zum 1. Mal in Königsberg/Kaliningrad war, war er mein erster russischer Gesprächspartner. Fortan hatten wir immer Kontakt. Uns verband das Interesse für Königsberg, für seine Geschichte und Kultur. Wann immer wir uns bei etwa zwanzig Begegnungen trafen, waren wir sofort im Gespräch über die Heimat meiner Eltern und über seine zweite Heimat.

Vorwiegend beschäftigte er sich mit der Nachkriegsgeschichte der Stadt, dabei stieß er ständig auf die deutsche Vergangenheit. Mit dem Photoapparat hielt er Gebäude, Denkmäler und viele deutsche Zeugnisse fest. Darüber wollte er viel wissen, er gründete den „Club der russischen Heimatforscher“. Ich hatte für ihn viele Buchwünsche zu erfüllen und, wenn ich nach Hause fuhr, war mein Koffer mit den Schriften der Heimatforscher voll gepackt, vor allem mit prächtigen Bildbänden. Bald hatten wir in der Bibliothek des Museums Stadt Königsberg einen ganzen Schrank gefüllt mit russischer Literatur.

Die Stadtgemeinschaft Königsberg verlieh 2012 Aleksej Gubin, den Clubmitgliedern Boris Worobjow und Boris Adamow, stellvertretend für etwa 60 weitere Heimatforscher, die Königsberger Bürgermedaille. Damit wollte sie die Offenheit und Mühe der Clubmitglieder anerkennen, bei ihren zahlreiche Forschungsprojekten die Königsberger Geschichte und Kultur mit einzubeziehen.

Lorenz Grimoni, Kurator der Stadtgemeinschaft Königsberg (Pr)




Devisenkurse: 31. 10. 2018
1 EUR = 74,4200 Rbl
1 US$ = 65,6000 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank