Kultur
28. 04. 2018
Meeresmuseum legt sich eine Salzhöhle zu
Interessierte Stadtbewohner und Gäste Kaliningrads können demnächst an einem der neuartigsten Ausstellungsprojekte des Meeresmuseums – einem „Ausflug mit einem Salz-Bathyskaph zu dem Meeresgrund des Perm-Zeitalters“ – teilnehmen.

Eine Museumsangestellte führt den Besuchern zylinderförmige Steinsalzkerne vor, die vor einiger Zeit tief unter der Erdoberfläche gewonnen wurden. Foto: I.S.
Die Vorbereitung auf die Eröffnung der Ausstellung steht kurz vor dem Abschluss. Wer es nicht weiß oder vergessen hat: Das Perm-Zeitalter liegt ca. 290 Millionen Jahre zurück.

Um einen relativ kleinen Büroraum, das im Museum von der Ausstellungshalle „Meerestiefe“ nur durch eine Zwischenwand getrennt ist, in ein sogenanntes „Salz-Bathyskaph“ zu verwandeln, mussten 2,5 Tonnen Steinsalzplatten verwendet werden. Die Arbeit an der Umgestaltung des Büroraums nahm mehrere Monate in Anspruch. Allein die Abstimmung des Gestaltungsentwurfs, der technischen und Design-Unterlagen hat über acht Wochen gedauert.

Es war sehr zeit- und kostenaufwendig, den gesamten Raum mit Salzplatten auszukleiden. Letztere mussten aus der Region Beresniki in Westsibirien, wo es große Steinsalzvorkommen gibt und wo dieses Mineral industriell gefördert wird, herbeigeschafft werden. Steinsalz verfügt über einmalige Eigenschaften, es genügt zu sagen, dass es über 290 Millionen Jahre alt ist.

Obwohl die verwendeten Steinsalzplatten ein solides Gewicht von jeweils vier Kilogramm haben, mussten sie wegen ihrer Zerbrechlichkeit sehr behutsam und mit viel Sachkenntnis bearbeitet und angebracht werden. Selbst die aus Westsibirien berufenen Facharbeiter vermochten pro Tag höchstens vier Reihen solcher Salzplatten anzubringen. Sie mussten all ihre Erfahrungen, das berufliche Können und viel Erfindergeist aufbringen, um den Arbeitsauftrag termingerecht und mit vorzüglicher Qualität zu erfüllen.

So wurde aus einem simplen Bürozimmer eine „Salzhöhle“ mit Heilwirkung, die ganz besonders für Menschen mit Lungen- und/oder Atembeschwerden empfehlenswert ist. Die salzhaltige Luft tut ihnen gut und sie fühlen sich schon nach 20 bis 30 Minuten Aufenthalt in der „Höhle“ wohler.

Außer der Heilwirkung verfügt diese „Späleologiekammer“, in der es sich so schön atmen lässt, über eine Aufklärungsfunktion: Die Besucher lernen hier die Geheimnisse des aus der Permzeit stammenden Steinsalzes kennen. Sie bekommen die einmalige Gelegenheit, das Aroma der Zeit zu schnuppern und das millionenjahrealte Mineral zu berühren. Sie können in der Salzhöhle zylinderförmige Steinsalzkerne sehen, die nicht in Westsibirien, sondern hier im Kaliningrader Gebiet, in über 1.000 Meter Erdtiefe gebohrt wurden, und sie erfahren, welche Lebewesen in den Meeren der Permformation vor 290 Millionen Jahren beheimatet waren.
Lassen Sie sich die Gelegenheit nicht entgehen, im Kaliningrader Meeresmuseum die Salzhöhe zu besuchen!

Meeresmuseum
Kaliningrad
Peter-der-Große-Kai 1
Telefon: (007 4012) 538915 oder 538804 oder 340244




Devisenkurse: 29. 06. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank