Soziales
28. 04. 2018
Wohin mit dem vielen Müll?
Es ist endlich festgelegt worden, wo im Gebiet Müllsortier- und Müllverarbeitungsbetriebe entstehen sollen und wie man Müll und Abfall zu entsorgen plant.

Leider sehen die Mülltonnen in Kaliningrad oft noch unordentlich aus. Getrennt werden heute nur die PET-Flaschen gesammelt. Doch Drahtkörbe, die für sie bestimmt sind, stehen manchmal tagelang überfüllt. Foto: I.S.
In einem diesbezüglichen Beschluss der Gebietsregierung heißt es, dass für den Bau und die Inbetriebnahme von Müllentsorgungsbetrieben, die im Gebiet bis 2023 entstehen sollen, mindestens 2,4 Milliarden Rubel benötigt werden.

Der größere Teil dieses Investitionsumfangs, und zwar 1,4 Mrd. Rubel, entfällt auf einen Müllverarbeitungs- und -entsorgungskomplex bei Kornewo im Rayon Bagrationowsk (ehem. Zinten bei Preußisch Eylau). Der Komplex wird bis zu 300.000 Tonnen Müll und Abfall pro Jahr verarbeiten und entsorgen können. Die Bauarbeiten sollen bis 2022 abgeschlossen sein.

Mit den weiteren 400 Millionen Rubel soll ein Müllsortierbetrieb in Barsukowka bei Neman (ehem. Bartukeiten oder Bartenhöh bei Ragnit) bis 2023 gebaut werden. Die geplante Jahresleistung wird auf 40.000 Tonnen beziffert.

Im Bereich der Energetikow-Straße und am Pobeda-Prospekt in Kaliningrad sollen von 2018 bis 2021 Müllumschlagstationen für jeweils 200 Mio. Rubel gebaut werden. Die Jahresleistung beider Stationen wird mit je 100.000 Tonnen Müll angegeben.

Weitere fünf Müllumschlagstationen von je 5.000 Tonnen Jahresleistung sollen in Gwardejsk, Krasnosnamensk, Polessk, Slawsk und Prawdinsk (ehem. Tapiau, Haselberg, Labiau, Heinrichswalde und Friedland) entstehen. Ihre Baukosten werden auf je 20 Mio. Rubel beziffert. Etwas größere Müllumschlagstationen von je 10.000 Tonnen Jahresleistung plant man für je 30 Mio. Rubel bei Selenogradsk und Tschernjachowsk (ehem. Cranz bzw. Insterburg) zu bauen.

Zur Information: Die Menge von im Gebiet anfallendem Müll und Abfall stieg im Gebiet von 2008 bis 2015 um 31 Prozent. Sie wächst also jährlich um durchschnittlich 4,4 Prozent. 26 Prozent des Gesamtvolumens von Müll und Abfall entfallen auf Kunststoffe, 17 Prozent auf Papier und Pappe. Essensreste machen 12 Prozent, Glas 9 Prozent, Leder und Gummi lediglich 5 Prozent der gesamten Müll- und Abfallmenge aus. Lediglich 17 Prozent von Müll und Abfall werden wiederverwertet, 80 Prozent landen auf Mülldeponien. Mit ganz wenigen Ausnahmen wird im Gebiet leider noch keine getrennte Sammlung von Müll und Abfall praktiziert.




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Quelle:Russ. Zentralbank