Militär
31. 03. 2018
Überwachungsbereich – ganz Europa
Mehrere regionale Journalisten hatten kürzlich die Gelegenheit, das Frühwarnradar „Woronesch DM“ unweit des Siedlung Dunajewka zu besichtigten. Unser Reporter war mit seiner Kamera und dem Notizbloch dabei.

Von außen sieht die Radarstation fast wie ein gewöhnlicher Wohnblock aus. In Wirklichkeit ist sie ein Teil der russischen Raketenabwehr, eines über ganz Russland gespannten Schutzschirms gegen potenziell mögliche Raketenangriffe. Foto: I.S.
Dieses Radar ist in der Lage, den Luft- und Weltraum über ganz Europa, einschließlich Großbritannien, zu kontrollieren. Seine wichtigste Aufgabe ist es, einen Raketenangriff möglichst früh zu entdecken.

Das Radar wurde 2014 in Dienst gestellt. Die Bau- und Montagekosten beliefen sich auf 4,4 Milliarden Rubel. Das diensthabende Personal setzt sich aus 15, die gesamte Besatzung aus knapp 200 Mann zusammen. Das Radar kann bis zu 500 Ziele gleichzeitig entdecken, erfassen und verfolgen – nicht nur Raketen, sondern auch Flugzeuge, Hyperschallflugkörper und verschiedene Weltraumobjekte auf einer Distanz von bis zu 6.000 Kilometern.

Die Besatzung des Frühwarnradars widmet viel Zeit verschiedenen übungen mit Hilfe von extra dazu entwickelten Simulatoren. Die Soldaten üben ballistische Ziele bei verschiedener Radarlage zu entdecken, zu identifizieren und zu verfolgen. Die konkreten und mitunter sehr schwierigen Bedingungen ihres Einsatzes können dabei mit Hilfe von Simulatoren kontinuierlich verändert werden. Unser Reporter hatte die Gelegenheit, bei einer solchen Übungen dabei zu sein.

Das Szenario der übung besagte, dass von Bord eines atomaren U-Bootes im Golf von Biskaya eine Rakete in Richtung Grönland abgeschossen wurde. Die diensthabende Mannschaft hatte den Auftrag, den Start der Rakete zu entdecken, deren Flugbahn zu bestimmen und die gewonnenen Daten an die Kommandozentrale zu melden. Die Entdeckung eines Raketenstarts wurde durch eine Alarmsirene signalisiert. Solche übungen finden täglich statt, die Besatzung bekommt dabei immer kompliziertere Aufgaben zu lösen, das Resultat einer jeden übung wird sorgfältig analysiert.

Zur Information: Frühwarnradare der Typenreihe „Woronesch“ werden in Russland seit 2005 gebaut und in Dienst gestellt. Sie machen es möglich, eine lückenlose Radarüberwachung des Luftraums über angrenzenden Territorien wiederherzustellen. Die Radarüberwachung des Luftraums an den Grenzen des eigenen Hoheitsgebietes hatte ja nach dem Zerfall der Sowjetunion Lücken bekommen. Allein in den letzten paar Jahren wurden sieben Früwarnradare solchen Typs an allen von eventuellen Raketenangriffen bedrohten Abschnitten der Staatsgrenze, zu denen auch das Kaliningrader Gebiet gehört, in den ständigen Bereitschaftsdienst der Streitkräfte gestellt.

Ein Frühwarnradar besteht aus einer digitalen Sende- und Empfangsanlage, einem phasierten Antennengitter, einem schnell in Modulbauweise aufbaufähigen Mannschaftsraum und mehreren Containern mit verschiedener Funkausrüstung. Der hohe Stand der Ab-Werk-Einsatzbereitschaft und die Modulbauweise der einzelnen Bestandteile machen es möglich, auf den Bau von Massivhäusern für die Unterbringung des Personals zu verzichten und ein Frühwarnradar an einem ausgewählten Ort innerhalb von 12 bis 18 Monaten zu errichten. Zuvor wurden dazu fünf bis neun Jahre benötigt. In der Regel reicht es jetzt, den Boden an einem ausgewählten Ort zu planieren, darauf ein paar Betonfundamente zu bauen und auf diesen die Container mit der Bestandteilen des Radars aufzustellen (Quelle: Wikipedia).




Devisenkurse: 30. 11. 2018
1 EUR = 75,7500 Rbl
1 US$ = 66,5300 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank