Wirtschaft
31. 03. 2018
„Grüne Energie“ aus Uschakowo
Der Windpark in Uschakowo, Landkreis Gurjewsk, tritt demnächst an die Stelle des Windparks in Kulikowo bei Selenogradsk.

Das Aufrichten einer Windkraftanlage stellt ein kompliziertes technisches Problem dar. Immerhin ist jedes dieser Windräder über 100 m hoch. Foto I.S.
Die installierte Leistung des neuen Windparks mit dessen drei Windkraftanlagen wird auch 5,1 Megawatt betragen, obwohl sein Vorgänger bei Selenogradsk ganze 21 Windräder aufwies. Diese 5.1 Megawatt sind jedoch genug, um beispielsweise eine Stadt wie Pionerski (ehem. Neukuhren) mit Strom zu versorgen.

Der Beschluss über den Bau des Windparks in Kulikowo wurde Ende der 1990er Jahre gefasst. Damit wollte man den Weg einer alternativen Energiegewinnung beschreiten. Die regionale Stromversorgungsgesellschaft „Jantarenergo“ setzte von 1997 bis 2002 das Projekt „Windpark Selenogradsk“ um. So entstand der erste Windpark in Russland, er wies insgesamt 21 Windräder zu je 0,6 und 0,225 Megawatt Leistung auf.

Es war aber dann soweit, dass der Windpark wegen Alterung – er wurde immerhin schon über 20 Jahre alt – mit jedem Jahr immer weniger Strom ans Netz lieferte. 2017 wurde endlich beschlossen, den Windpark an einen neuen Standort – nach Uschakowo unweit von Gurjewsk – zu verlegen.

Ende 2017 wurden drei Windräder des Typs „Emercon E70“ aus Deutschland ins Gebiet gebracht. Für die Beförderung eines jeden Windrades mussten elf Lastzüge eingesetzt werden. Alle drei Windräder wiegen 795 Tonnen, was der Gesamtmasse von ungefähr 15 Eisenbahnwaggons entspricht. Um die Windräder aufzustellen musste aus Polen ein Spezialkran mit 750 Tonnen Hebekraft und einer Kranausladung von bis zu 100 Meter herbestellt werden. Der Zusammenbau und die Aufstellung des ersten Windrades auf einem vorgefertigten Fundament nahm vier Tage in Anspruch. Solche Windräder waren bisher in Russland nirgendwo im Einsatz. Zum Stand von heute sind sie die modernsten Windkraftanlagen in ganz Russland.

Der Windpark in Uschakowo setzt sich also aus drei rohrturmartig aufgestellten Windrädern mit senkrecht rotierenden Flügeln zusammen. Die Flügel haben eine Spannweite von 71 Metern. Jeder Rohrurm ist über 100 Meter hoch – das ist beispielsweise mit der Länge eines Fußballfeldes vergleichbar. Am oberen Ende des Rohrturms – ca. 75 Meter über dem Grund – befindet sich eine sogenannte Gondel, die das „Herz“ des Windrades – einen Stromerzeuger – beherbergt, Die erzeugte Elektrizität wird via Freileitungen in das externe Stromversorgungsnetz der Region eingespeist. Jedes Windrad hat eine Leistung von 2,3 Megawatt. Die minimale Windstärke, bei der die Windräder Strom erzeugen können, wird mit 2,3 Meter pro Sekunde angegeben. Die maximal zulässige Windstärke liegt bei 28 Metern pro Sekunde.

Mit der Inbetriebnahme des Windparkes in Uschakowo wird es möglich sein, die Versorgung der Industriebetriebe und Privathaushalte in den Rayons Mamonowo, Bagrationowsk und Gurjewsk (ehem. Heiligenbeil, Preußisch Eylau und Neuhausen) sowie eines Stadtteils von Kaliningrad mit elektrischem Strom wesentlich zu verbessern. Auch das WM-Stadion und einige andere Sportanlagen im Gebiet sollen dann mit „grüner Energie“ versorgt werden. Der neue Windpark wird in den sogenannten Digitalabschnitt „Mamonowski“ des regionalen Stromversorgungssystems (den ersten in Russland) integriert und somit ein Teil von dessen Digitalnetz sein.
(kinfa)




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Quelle:Russ. Zentralbank