Politik
31. 03. 2018
Zukanows Karriere sucht ihresgleichen
Der Ex-Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, Nikolaj Zukanow, ist zum Sekretär des Präsidentenrates für die Entwicklung örtlicher Selbstverwaltung und zum Mitglied von dessen Präsidium ernannt worden.

Nikolaj Zukanow, damals noch Gebietsoberhaupt, bei einem Kontrollgang auf dem Dach des Rätehauses. Foto: I.S.
Einen diesbezüglichen Erlass hat Präsident Wladimir Putin unterzeichnet, so der Pressedienst im Kreml. Zukanow behält nach dieser neuen Ernennung weiterhin sein Amt als Präsidentenberater in Sachen örtlicher Selbstverwaltung, welches er zuvor innegehabt hat.

Zur Erinnerung: Zukanow wurde, nachdem er eine Zeitlang im Rang eines bevollmächtigten Präsidentenvertreters im Föderalkreis Nord-West gestanden hatte, im Dezember 2017 zum Präsidentenberater in Fragen der örtlichen Selbstverwaltung befördert.

Die Kaliningrader verfolgen die steile Karriere ihres Ex-Gouverneurs mit Interesse und Wohlwollen. Dafür gibt es zwei einfache Gründe: Erstens ist Zukanow ihr Landsmann, weil er aus der im Gebiet gelegenen Stadt Gusev (ehem. Gumbinnen) stammt, und zweitens erhoffen sie sich davon insgeheim etwas Gutes für ihre und Zukanows gemeinsame „kleine Heimat“. Ob sich diese Hoffnungen als berechtigt erweisen, sei bis auf Weiteres dahingestellt. Die Zentralregierung hat aber jetzt schon der Exklave 1,7 Milliarden Rubel für die Umsetzung eines auf deren soziale und wirtschaftliche Entwicklung ausgerichteten Förderprogramms bewilligt. Das Gebiet legt dazu aus seinem Haushalt weitere 600 Millionen Rubel aus.

Mit dem sich daraus ergebenden Gesamtbetrag in Höhe von 2,3 Milliarden Rubel soll das regionale Gesundheitswesen endlich auf die Beine gestellt, eine erfolgreiche Durchführung der Fußballweltmeisterschaft-2018 abgesichert und die regionale Wirtschaft unterstützt und versifiziert werden.

Was den wirtschaftlichen Aspekt dieser Pläne betrifft, so soll beispielsweise bald mit dem Bau von Wasserversorgungs- und Kanalisationsanlagen für den Industriepark „Charbrowo“ und mit der Schaffung der technischen Infrastruktur für den geplanten Tiefseehafen in Pionerski (ehem. Neukuhren) begonnen werden.

Nikolaj Zukanows Name ist übrigens in dem sogenannten Kreml-Bericht (Kremlin Report) mit aufgeführt, d.h. er steht auf der Liste von 210 Personen, die in der russischen Wirtschaft eine Schlüsselrolle spielen und gegen die von westlichen Seite Sanktionen verhängt werden könnten.

Rein formell werden diese Personen noch keines Vergehens beschuldigt, praktisch sehen jedoch US-amerkanische Behörden jegliche Geschäftskontakte mit diesen Personen mit Argusaugen an.




Devisenkurse: 05. 06. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank