Wirtschaft
31. 01. 2018
Fischwirtschaft lebt auf
In der am Seekanal gelegenen Stadt Swetlyj lief das Fischereischiff „Kapitan Lobanov“ nach einem tiefgreifenden Umbau vom Stapel.

Der feierliche Stapellauf des Trawlers „Kapitan Lobanov“ in Swetlyj. Foto: I.S.
Der Stapellauf erfolgte auf einem Produktionsgelände, das seinerzeit durch vereinte Anstrengungen mehrerer Fischfangbetriebe ins Leben gerufen worden war. Der Umbau der „Kapitan Lobanov“ ist das erste großangelegte Bauvorhaben dieser Art, das in Swetlyj in der postsowjetischen Zeit umgesetzt wurde. Fischereischiffe einer vergleichbaren Klasse werden in Russland nirgendwo sonst gebaut.

Der Auftraggeber des Umbaus ist eines der führenden Unternehmen, die sich mit Fischfang in der Ostsee beschäftigen. Die Umbaukosten werden mit 115.000.000 Rubel angegeben.

Das neue Fischereischiff „Kapitan Lobanov“ entstand im Ergebnis einer tiefgreifenden Modernisierung eines Trawlertyps, der nach der in Russland üblichen Klassifizierung „kleiner Fischfang- und Gefriertrawler“ genannt wird. Der Schiffskörper eines Prototyptrawlers solchen Typs wurde bis auf den Kiel zerlegt und danach komplett umgebaut, wobei im Schiffsrumpf des Trawlers geräumige Tanks zur Lagerung von gefangenen Fischen im Wasser untergebracht wurden. Gefangene Fische bleiben somit während der Lagerung am Leben, was ihre gute Qualität über einen längeren Zeitraum garantiert.

Selbstverständlich war die Modernisierung nicht nur darauf beschränkt, man hat auch die Fischfangausrüstungen, die Elektroanlagen, die Funk- und Navigationsgeräte sowie das Triebwerk komplett erneuert. Der Umbau war so komplett und tiefgreifend, dass bei der „Kapitan Lobanov“ praktisch von einem völlig neuen Schiff reden kann. Das Schiff hat im Vergleich mit dem Prototyp eine doppelte Maschinenleistung, kann dreimal so viel Nutzlast an Bord nehmen und die Fischfänge fünfmal so lange frisch erhalten.

Der Produktionsbetrieb, auf dessen Gelände die Modernisierung erfolgte, besteht in Swetlyj seit mehreren Jahrzehnten. Nachdem ihm jetzt ein neuer Investor eine staatliche Unterstützung
zugesichert hat, baut er seine Infrastruktur in Richtung Schiffbau intensiv aus. Er beschäftigt sich nun nicht nur mit laufenden Schiffsreparaturen, sondern immer mehr mit der Modernisierung von Fischereischiffen.

Zur Information: Im Kaliningrader Gebiet wird zwecks Ausbau der regionalen Fischwirtschaft ein langfristiges, bis 2030 ausgelegtes staatliches Förderprogramm umgesetzt. Sein Ziel ist es, die Fischfangflotte zu modernisieren und eine leis-tungsfähige Infrastruktur zur Lagerung und Verarbeitung von Fischfängen an Land zu schaffen. Das Gebiet hat dazu 2016 rund 100 Millionen und 2017 über 80 Millionen Rubel zur Verfügung gestellt.




Devisenkurse: 19. 10. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank