Geschichte & Kultur
29. 12. 2017
Hier werden Reliquien aufbewahrt
Das Gebietsmuseum für Kunst und Geschichte begeht dieser Tage sein 70-jähriges Jubiläum.

Das Museum ist in der ehemaligen Königsberger Stadthalle untergebracht. Foto: I.S.
Viele Ausstellungsstücke, die das Museum der Aufmerksamkeit seiner Besucher bietet, sind mehrere hundert Jahre, manche sogar über tausend Jahre alt. Hier nur einige Beispiele:

- Statue „Mutter“, 19.-20. Jh. Der Erschaffer der Statue war der Bildhauer Jean-Bernard Descomps, seine Kunstwerke schmücken heute noch die Straßen und Plätze von Paris. Mit der Statue „Mutter“ wollte Descomps ein Symbol für seine französische Heimat erschaffen;

- „Dante`s Portrait“ des französischen Bildhauers Albert-Ernest Carrier-Belleuse (Bei ihm ging Auguste Rodin in die Lehre);

- Silberner Beschlag eines Sattelbogens, Ende des 5. - Anfang des 6. Jh. n. Chr. Das Artefakt wurde 2008 auf dem Gelände des Grabhügels Mitino bei Gurjewsk (ehem. Neuhausen) entdeckt. Einige Forscher meinen, die Verziehrung des Beschlags sollte das Universum symbolisieren – natürlich so, wie man es sich damals vorgestellt hat;

- Inventarbücher der berühmten Prussia-Sammlung. Archäologen nennen diese wie durch ein Wunder erhaltenen Raritäten ihre „Bibel“, weil sie die Beschreibung der archäologischen Funde enthalten, die einst im Königlichen Schloss zu Königsberg verwahrt wurden und von denen sehr viele nachher unwiederruflich verlorengingen;

- Sammlung von okkultistischen Utensilien, 16. bis 18. Jh. , die 2005 bei Ausgrabungen am Westflügel des Königlichen Schlosses, wo sich der Altar seiner Kirche befand, entdeckt wurden.

Kein anderes Museum Europas verfügt über eine so reiche Sammlung an rituellen Gegenständen. Einige Wissenschaftler vermuten, dass es sich dabei um Gegenstände handelt, die in Preußen von Herrscher zu Herrscher vererbt wurden. Andere wiederum neigen zu der Auffassung, dass sie dem Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. gehörten, der ein Faible für Magie und Alchimie hatte. Besonders wertvoll ist ein Medaillon, welches allen Angaben zufolge der „schwarzen“ Königin Katharina von Medici gehört hatte.

Insgesamt zählt die Sammlung des Kaliningrader Museums für Kunst und Geschichte über 140.000 verschiedene Exponate.

Die Stadthalle war 1912 in Königsberg nach Entwürfen des Berliner Architekten Richard Seel errichtet worden. Im August 1944 wurde sie bei den Luftangriffen auf Königsberg stark beschädigt. Sie stand danach lange als Ruine da und wurde erst von 1981 bis 1986 wiederaufgebaut.

Der Wiederaufbau erfolgte nach Entwürfen des Kaliningrader Architekten Veniamin Jeremejew. Das äußere Aussehen des Gebäudes erfuhr keine großen Veränderungen, die inneren Räume wurden jedoch für die Belange dieses Museums umgebaut, dessen Fläche 3.500 Quadratmeter betragen sollte. Die Einweihung des Museums fand am 14. September 1991 statt.




Devisenkurse: 31. 10. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank