Geschichte & Gegenwart
29. 12. 2017
Der Schlossteich war um 50 Meter breiter
Bei Ausgrabungen unweit des Schlossteiches – diese sind dort seit etwa vier Monaten im Gange – wurden recht interessante Funde, darunter Münzen, Reste von kirchlichen Utensilien und Gebrauchsgegenständen, entdeckt.

Die Ausgrabungen werden unweit dieser Uferpartie durchgeführt. Foto: I.S.
„Erstens gelang es uns, die Umrisse des Schlossteiches, wie sie früher gewesen sind, zu erkunden“, sagte der Leiter des Archäologietrupps, Jewgeni Kalaschnikow, der Zeitung „Argumenty i Fakty“. „Der Teich soll damals um etwa 50 Meter breiter gewesen sein. Davon zeugen alte Holzpfähle, die wir bei den Ausgrabungen freigelegt haben. Die Pfähle müssen früher zur Befestigung der Ufer des Schlosteiches gedient haben. Auch wurden dort unter einer dicken Erdschicht überreste von ca. fünfzehn Pferden mitsamt eisernen Hufen und verschiedenem Pferdegeschirr entdeckt. Die Pferde müssen 1945 beim Artilleriebeschuss der Stadt ums Leben gekommen sein. Man hatte sie wohl alle zusammen in einem Bombentrichter begraben.

Einige Funde, so beispielsweise Münzen von Mitte des 18. Jahrhunderts mit der Abbildung der Zarin Elisabeth weisen auf das Vorhandensein von Geschäfts- und Handelsbeziehungen zwischen Königsberg und Russland hin. Das nördliche Ostpreußen war ja im Ergebnis des Siebenjährigen Krieges zu einem Randgebiet des russischen Zarenreiches geworden. Diese Münzen sind nach preußischem Muster gestaltet, weisen jedoch auch Elisabeths Namenszug auf.

Zu interessantesten Funden gehören auch die Reste einer Holzkiste mit einer Messingplatte darauf, die mit der gestanzten Abbildung des Doppeladlers versehen ist. Die Kiste soll zur Beförderung von irgendwelchen Messwerkzeugen oder Eichnormalen gedient haben. Es wurde außerdem die Hälfte eines Dyptychons mit dem Antlitz des heiligen Wundertäters Nikolaus ausgegraben.

Als sehr wertvollen Fund sehen wir einen Fingerring an, auf dem ein Händedruck (ein Freimaurersymbol) dargestellt ist. Der Ring soll allem Anschein nach einem Freimaurer unteren Rangs gehört haben. Oder einem russischen Offizier. Russische Offiziere pflegten damals ihre Quartiere in Königsbergs Vororten zu mieten, manche Offiziere waren mit der hiesigen Freimaurerloge verbunden.“




Devisenkurse: 07. 09. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank