Politik
29. 12. 2017
Regimekritiker Nawalny wirft die Flinte nicht ins Korn
Der oppositionelle Politiker und Blogger, Aleksej Nawalny, hat im Dezember 2017 Kaliningrad besucht. Nawalny kritisiert sehr scharf die Politik der derzeigen Machthaber in Russland und positioniert sich als unerbittlicher Kämpfer gegen die Korruption.

Aleksej Nawalny sucht Unterstützung vor allem unter Jugendlichen, Intellektuellen, Freiberuflern, Kleinunternehmern und Vertretern des Mittelstands. Foto: I.S.
Am Tag seiner Ankunft fand in Kaliningrad eine Kundgebung statt, die von ca. zwei Dutzend Polizisten bewacht wurde – in einigen anderen Städten des Landes war es bei ähnlichen Treffen des Politikers mit seinen Sympathisanten zu Provokationen und sogar zu Festnahmen gekommen. In unserer Stadt verlief die Aktion friedlich und nach Meinung vieler Teilnehmer „auf zivilisierte Art und Weise“. An der Kundgebung nahmen nach verschiedenen Einschätzungen 800 bis 2.000 Menschen teil.

Das Treffen mit Nawalny fand im Südpark statt, obwohl ursprünglich ein Ort am Moskowski Prospekt vereinbart worden war. Für Menschen, die sich dort versammelt hatten, ergab sich dadurch die Möglichkeit, den Weg bis zum Park in Form einer Demo zurückzulegen.

Nawalny sprach vor den Kaliningradern über die unannehmbar hohen Rüstungsausgaben und dass der Staat die Ausgaben für Gesundheitsschutz, Volksbildung und Kommunalwirtschaft auf keinen Fall noch mehr kürzen soll. Er schnitt auch das Thema Regionalpolitik an und wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass sich der Bau eines Onkologiezentrums in unserem Gebiet unendlich in die Länge ziehe und dass die Arbeitslöhne hier weit unter denen in den Nachbarländern Europas liegen. Nawalny stellte sich in seiner Rede auf die Seite des inhaftierten Journalisten Igor Rudnikow.

Soll Nawalny tatsächlich zum Staatsoberhaupt gewählt werden – er ist trotz aller Verbote fest entschlossen, an der Präsidentschaftswahl teilzunehmen – so verspricht er die allgemeine Wehrpflicht abzuschaffen („...Russland braucht eine Berufsarmee...“) und einen visafreien Verkehr mit den Ländern Europas durchzusetzen. Manche Leute nennen Nawalny einen Populisten, andere wiederum sagen, er strebt genau das an, was unser Land in Wirklichkeit dringend benötigt.




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Quelle:Russ. Zentralbank