Maritimes
30. 11. 2017
Schwimmender Leuchtturm am Museumskai
Das letzte russische Feuerschiff „Irbenskij“ ist an der für historische Schiffe bestimmten Anlegestelle des Meeresmuseums vor Anker gegangen.

Wer am Kai Peter des Großen wohnt, hat nun einen noch schickeren Ausblick aus dem Fenster. Foto: I.S.
Ab diesem Augenblick brach für den schwimmenden Leuchtturm ein neues Leben an. Hier soll er nun seinen Dienst als Museumsschiff versehen und die Museumsbesucher über die Geschichte bemannter Schiffsleuchttürme aufklären.

Vor zehn Jahren sah es so aus, dass es um das ausgemusterte Feuerschiff denkbar schlecht bestellt sei und es verschrottet werden müsse. Die Rettung kam jedoch aus Kaliningrad: Das Meeresmuseum wandte sich, so sein Pressedienst, an das Meereskollegium der russischen Regierung mit dem Vorschlag, das ausgemusterte Feuerschiff nicht zu verschrotten, sondern es in den Bestand der am Kai Peter des Großen in Kaliningrad ausgestellten historischen Schiffe aufzunehmen.

Das Meeresmuseum hatte zu der Zeit bereits vier Schiffen – dem Forschungsschiff „Witjas“, dem Eisbrecher „Krassin“, einem Fischereischiff der SRT-Typenreihe und einem U-Boot – zu einem zweiten Leben als Glanzstücke der musealen Ausstellung am Ufer des Pregelflusses in Kaliningrad verholfen.

Das Meereskollegium willigte ein und das Kulturministerium stellte Geld zur Eindockung des Feuerschiffes zur Verfügung, wodurch der Schiffskörper erneuert und neu angestrichen werden konnte. Ein Abschleppen des Feuerschiffs nach Kaliningrad wurde erst genehmigt, nachdem an Bord der „Irbenskij“ alle Luken, Bullaugen und die kleinsten Löcher und Schlitze gegen Eindringen von Wasser sorgfältig dicht gemacht worden waren. Der schwierigste Abschnitt der Abschlepproute befand sich eben in der Meeresenge Irbenskij, nach der das Feuerschiff seinerzeit benannt worden war und wo es seinen regulären Dienst als optische Orientierungshilfe für Seefahrer ordentlich versehen hatte. Die hochbetagte aber noch recht rüstige „Irbenskij“ vermochte allen Seestürmen während der überfahrt wieder Erwarten erfolgreich zu trotzen und kam unversehrt am Bestimmungsort an.

Die auffällige weiß-orangene Farbe der Feuerschiffes und dessen ungewöhnliche Aufbauten ziehen jetzt die Aufmerksamkeit der Kaliningrader auf sich. Das Museum ist dabei, Informationsunterlagen und Ausstellungsstücke zum Thema Geschichte und Anwendung von Leuchtfeuern in der russischen Kriegs- und Handelsflotte auf Vorführungen vorzubereiten. Außerdem werden Gastkajüten zur Aufnahme der ers-ten Kunden hergerichtet. In der renovierten Offiziersmesse werden sich bald Seeleute zu nostalgischen Erinnerungen an die Zeit einfinden können, als die „Irbenskij“ ihnen als Orientierungszeichen und zuverlässiger Richtungsweiser gedient hatte.

Hauptsächliche technische Daten:

Baujahr: 1962

Länge über alles: 43,4 Meter

Breite des Schiffskörpers im mittleren Teil: 9,5 Meter

Tiefgang unter voller Beladung: 3,5 Meter

Wasserverdrängung: 750 Tonnen

Fahrgeschwindigkeit: 8,7 Knoten

Höhe des Signalfeuers über Wasser: 17,5 Meter

Sichtweite: 12 Seemeilen

Besatzung: 19 Mann

Kajüten: 13 (Einmann- und Zweimann-Kajüten)

Das Beleuchtungsssystem wurde für das Feuerschiff „Irbenskij“ seinerzeit von der Firma „AGA“ hergestellt. Außer dem weißen Blinkfeuer konnte auch eine rote Leuchte in Funktion gesetzt werden – dies um eine irreführende Orientierung für andere Seefahrer zu verhindern, wenn beispielsweise das Feuerschiff selbst unterwegs war oder wenn es einen Notfall gab.





Devisenkurse: 30. 11. 2017
1 EUR = 69,2000 Rbl
1 US$ = 58,3300 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank