Geschichte & Kultur
30. 11. 2017
Bernsteinzimmer: Die Spur führt nach Sachsen
Nach Meinung einiger Experten, könnte das im Zweiten Weltkrieg verlorengegangene Bernsteinzimmer irgendwo in der Nähe von Dresden vergraben sein.

Das Schicksal der Bernsteinzimmers lässt Kunstliebhaber seit Jahrzehnten nicht los. Archivfoto
Die Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ berichtet:

Diese neue Hypothese über einen möglichen Verblieb des Bernsteinzimmers haben nach Angaben der britischen Zeitung „The Daily Mail“ drei deutsche Forscher aufgestellt: der 73-jährige Homöopath Leonard Blume, der 67-jährige Günter Eckardt und der 71-jährige Georadar-Fachmann Peter Lohr.

Alle drei sind der Ansicht, dass sich die vermisste Rarität, deren Wert heute auf ca. 200 Millionen Pfund Sterling geschätzt wird, nicht auf russischem Territorium, sondern in den Höhlen des Erzgebirges in Südsachsen befindet. Ganz konkret behaupten die drei betagten Schatzsucher, dass das legendäre Bernsteinzimmer in der sogenannten Fürstenhöhle unweit der Stadt Hartenstein zu suchen sei. Peter Lohr habe bereits die Wände dieser Höhle mit Hilfe seines Georadars „abgetastet“ und darin Hohlräume geortet, die sich womöglich als Bunker oder versteckte Lagerräume herausstellen könnten.

„Wir haben an den Wänden Spuren von Stahlseilen gesichtet, die seinerzeit wohl zum Absenken schwerer Lasten in die Höhlentiefe gedient haben könnten“, sinniert Lohrs Kollege, Günter Eckardt. „Unser Ortungsgrät weist eindeutig auf das Vorhandensein mehrerer unterirdischer Tunnel hin.“

Die Fürstenhöhle ist an sich schon sagenumwoben. Sie wurde erstmals in den Chroniken aus dem Jahr 1455 erwähnt. Es sind aber keinerlei schriftliche Belege aus der Zeit des Dritten Reiches bekannt, die darauf hindeuten könnten, dass hier damals irgendwelche Schätze versteckt worden wären. Das könnte allerdings eine Folge der strengsten Geheimhaltung bei einer solchen Aktion gewesen sein. Jegliche schriftliche Unterlagen, Anweisungen oder Pläne, die die Aktion betrafen, könnten im Nachhinein absichtlich vernichtet worden sein.

Die Vermutung der drei deutschen Forscher wird indirekt durch den Umstand bekräftigt, dass sich in der Nähe der Fürstenhöhe einst eine Eisenbahnstation befand, an der im April 1945 ein aus Königsberg eingetroffener Güterzug gesichtet worden war. Außerdem könnte in der Fürstenhöhle nach Meinung der drei Forscher ein Schatz des letzten deutschen Kaisers Wilhelm II., verborgen sein. Für eine Fortführung der Untersuchungen wird Geld benötigt, nach dem derzeit gesucht wird.

Wie bekannt gibt es mehrere Theorien über einen möglichen Verbleib des von den Nazis geraubten Zarenschatzes. Allgemein gilt es, dass das Bernsteinzimmer die massiven Artilleriebeschüsse beim Sturm auf Königsberg nicht überstanden habe. Einige His-toriker vertreten jedoch den Standpunkt, dass es zuvor an einem sicheren Ort verbracht worden war. Der Kaliningrader Laienhistoriker und Schatzsucher, Sergej Trifonow, widmet sich seit Jahren der Erforschung des Otto-Lasch-Bunkers in Kaliningrad (General Otto Lasch war 1945 der letzte Kommandanzt der Festung Königsberg). Trifonow vermutet, dass sich hinter den dicken Mauern des Bunkers nicht nur das Bernsteinzimmer, sondern womöglich auch auch der Goldvorrat der damaligen Dresdner Bank befindet.

Eine der neuesten Hypothesen zum Thema Bernsteinzimmer kam jüngst aus Polen. Mehrere polnische Archäologen sind der Auffassung, dass sich die Kisten mit den verpackten Bernsteinplatten in den Tunneln des Schlosses Paslek bei Elblag befinden könnten. Den Grund für diese Annahme gibt der Umstand, dass bei den im Februar dieses Jahres durchgeführten geologischen Untersuchungen zwischen dem Schloss Paslek und der benachbarten St.-Bartholomäus-Kirche einige Abnormitäten festgestellt wurden. Diese können beispielsweise auf das Vorhandensein eines unterirdischen Tunnels zwischen den beiden Bauten hinweisen.




Devisenkurse: 30. 11. 2017
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Quelle:Russ. Zentralbank