Zusammenarbeit
31. 10. 2017
Prussia-Sammlung wacht zum virtuellen Leben auf
In Kaliningrad fand eine Pressekonferenz statt. Ihr Thema war „Territorium des ehemaligen Ostpreußen zur Zeit des Römischen Reiches und der Großen Völkerwanderung. Funde, die einst der Prussia-Sammlung zu Königsberg angehörten“.

Diese Fibeln aus Silber und Bronze (7. bis 13 Jhd.) gehörten einst der Prussia-Sammlung an. Heute sind sie im Neuen Museum in Berlin ausgestellt. Foto: I.S.
An der Pressekonferenz nahm der Leiter des Berliner Museums für Vor- und Frühgeschichte, Prof. Dr. Matthias Wemhoff, teil.

Das durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft finanziell unterstützte Projekt verfolgt das Ziel, einen virtuellen Katalog der weltberühmten Prusia-Sammlung herzustellen. Dadurch könnte die Sammlung der archäologischen Funde, die als im Zweiten Weltkrieg unwiederbringlich verlorengegangen galt, wieder zusammengeführt und allen Netznutzern zugänglich gemacht werden.

Die genannte Sammlung war eine der reichsten und bedeutsamsten im gesamten Baltischen Raum. Ein Teil von ihr wurde gegen Ende des Zweiten Weltkrieges nach Berlin gebracht, er gehört heute zu den Beständen des Museums für Vor- und Frühgeschichte. Der Rest blieb in Königsberg und ein Teil davon wird heute im Kaliningrader Museum für Geschichte und Kunst aufbewahrt.

Das Studium dieser einzigartigen Raritätensammlung ist jetzt Gegenstand einer gemeinsamen und langfristig orientierten Forschungsarbeit beider Museen. Man hofft dadurch die weltberühmte Sammlung neuordnen zu können, indem man alle wissenschaftlichen Fakten und Angaben über Artefakte, die sich in verschiedenen Ländern befinden, in einer einheitlichen elektronischen Datenbank zusammenzuführen gedenkt. Prof. Dr. Matthias Wemhoff sagt, dieses Projekt stelle ein markantes Beispiel einer vielversprechenden deutsch-russischen Zusammenarbeit dar. So auch der Leiter des Kaliningrader Museums, Sergej Jakimow, der diese Arbeit als „fruchtbar und für beide Seiten vorteilhaft“ bezeichnet.

Es gelang bereits den deutschen und russischen Wissenschaftlern im Rahmen dieses Projektes über 1.600 bedeutsame archäologische Funde zu erfassen. Die deutschen Partner arbeiten derzeit am Verzeichnis von Grabstätten aus den ersten sieben Jahrhunderten unserer Zeitrechnung, deren Artefakte einst zum Bestand der Prussia-Museums gehörten. Das Verzeichnis soll ebenfalls in den virtuellen Katalog aufgenommen werden.

Unser Fotoreporter hatte das Glück, einige Ausstellungsstücke im Berliner Museum zu bewundern und sie mit der Kamera für unsere Leser festzuhalten (s. oben).




Devisenkurse: 31. 10. 2017
1 EUR = 67,6400 Rbl
1 US$ = 58,1200 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank