Zusammenarbeit
31. 10. 2017
Mit Akzent auf Sachlichkeit und Kooperation
In Kaliningrad ist eine neue Institution, das Kultur- und Geschäftszentrum der Russlanddeutschen, entstanden.

Der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Mindeheiten, Hartmut Koschyk, (l.) und der Präsident der Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen, Heinrich Martens, (r.) eröffnen die neue Institution. Foto: I.S.
Der Sonderbeauftragte der deutschen Regierung für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, Hartmut Koschyk, der Leiter der russischen Föderalagentur für Nationalitätenfragen, Igor Barinow, und der Vize des bevollmächtigten Präsidentenvertreters im Föderalkreis Nord-West, Michail Wedernikow, nahmen sich dieses Ereignis für eine Reise nach Kaliningrad zum Anlass.

Hartmut Koschyk sagte in seiner Ansprache, dass Kaliningrad sich für einen Ausbau der Geschäftsbeziehungen zwischen Russland und Deutschland bestens eigne und dass Russlanddeutsche dafür eine Schlüsselrolle spielen sollten.

Igor Barinow hob in seiner Rede einen anderen Aspekt hervor: Es zeichne sich jetzt ein neuer Trend ab, einige Russlanddeutsche kehren aus Deutschland nach Russland zurück, und setzen sich genau in den Gebieten nieder, wo einst ihre Vorfahren gelebt haben. „Ein paar Dutzend Familien möchten auf die Krim zurückkehren, einige andere fahren ins Gebiet Omsk, wo es einen deutschen Munizipalbezirk Asow gibt, oder ins Gebiet Nowosibirsk“, führte Barinow aus. „Russisch-deutsche Begegnungszentren und Freundschaftshäuser werden ja gerade mit dem Zweck ins Leben gerufen, heimkehrenden Russlanddeutschen ein Wohlgefühl zu vermitteln – natürlich nicht nur ihnen, sondern auch denen, die in Russland schon immer gelebt und es nie verlassen haben.“

Was das neue Kultur- und Geschäftszentrum von dem früheren Deutsch-Russischen Haus grundsätzlich unterscheidet, sei laut Igor Barinow eben die wirtschaftliche Komponente, die jetzt zu der kulturellen Komponente hinzukommen soll: „Wir verfolgen gleich mehrere Ziele: die Erhaltung der Sprache, der Traditionen, Sitten und Bräuche der Russlanddeutschen einerseits und die Förderung ihrer unternehmerischen Aktivität andererseits. Das Deutsch-Russische Haus lebt in Kaliningrad in einem neuen Format wieder auf und ich bin mir sicher, dass dieses Format existenzfähiger ist. Während sich das frühere DRH vor allem ethnisch-kulturell betätigte, wird das neue Geschäftszentrum verschiedene Wirtschaftskonferenzen veranstalten und Geschäftskontakte zwischen Kleinunternehmern und Vertretern des Mittelstands fördern und ausbauen. Gerade die Kleinunternehmer und der Mittelstand können das Geschäftszentrum sehr gut als Institution gebrauchen, auf die sie sich stützen können.“

Der Präsident der Föderalen national-kulturellen Autonomie der Russlanddeutschen, Heinrich Martens, brachte die Hoffnung zum Ausdruck, dass das neueröffnete Kultur- und Geschäftszentrum die Zeit zwischen den eingeplanten größeren Veranstaltungen nicht unnütz würde verstreichen lassen: „Die Pforten unseres Zentrums stehen täglich, auch an Wochenenden, von frühmorgens bis spätabends offen. Allein für die Deutschkurse haben sich bei uns jetzt um 50 Prozent mehr Leute angemeldet, als es beispielsweise früher der Fall war. Wir sind bereit, allen, die Deutsch lernen wollen, die Teilnahme an solchen Sprachkursen zu ermöglichen. Es gibt aber auch verschiedene andere Sprachkurse und Interessengemeinschaften ethnokultureller oder kreativer Ausrichtung in unserem Zentrum.“

„Veranstaltungen religiöser Ausrichtung wird man auch durchführen können“, fügte Igor Barinow hinzu. „Das ist etwas, was es hier zuvor nie gegeben hat.“




Devisenkurse: 31. 10. 2017
1 EUR = 67,6400 Rbl
1 US$ = 58,1200 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank