Stadt und Menschen
31. 07. 2017
„Radfahren hält fit und entlastet den Stadtverkehr“
Kaliningrad nimmt nach der Anzahl von Menschen, die an der Aktion „Mit Fahrrad zur Arbeit“ teilgenommen haben, nach Moskau und St.Petersburg den dritten Platz ein. Selbst hochrangige Beamte der Stadtverwaltung und der Bürgermeister waren mit von der Partie.

Ein toller Trip bei Sonnenschein und guter Laune - Kaliningrader Bürger nehmen an der russlandweiten Aktion „Mit Fahrrad zur Arbeit“ teil. Foto: I.S.
Bürgermeister Alexander Jaroschuk fährt gern Rad. In einem Interview mit der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“ sagte er:

„Ich unterstütze die Ziele dieser Aktion. Radfahren ist gesund und es entlastet den Stadtverkehr. Autofahrer müssen jedoch Radlern mehr Aufmerksamkeit und Achtung entgegenbringen. Als ich beispielsweise heute mit dem Rad zur Arbeit unterwegs war, bin ich dreimal nahe dran gewesen, von Autos angefahren zu werden. Tatsächlich! Rad mitten im Autoverkehr zu fahren, ist mir zu riskant. Ich habe früher bei meinen Reisen ins Ausland Straßen, Gesteige und Radwege nie besonders beachtet. Jetzt sind sie das Erste, was ich dort in Augenschein nehme. Ich will wissen, wie es damit dort bestellt ist. Radwege gibt es dort fast überall. Bei uns leider nicht – oder noch nicht!“

Einen ähnlichen Standpunkt vertritt auch die regionale Infrastrukturministerin Elena Djatlowa, in deren Zuständigkeitsbereich das Anlegen von Radwegen fällt:

„Ja, ich vermisse sie auch, die Radwege in unserer Stadt. Es gibt zu wenig freien Raum sowohl auf Autostraßen, als auch auf Gehsteigen. Autofahrer und Fußgänger sind es nicht gewohnt, auf Radler Rücksicht zu nehmen. Jugendliche sind oft mit Kopfhörern unterwegs, da gibt es null Reaktion auf mein Klingeln. Man kann nie wisssen, was beispielsweise ein Kleinkind im nächsten Moment tut. Ich habe ständig Angst, eins von ihnen anzufahren. Wenn ich mich auf die Straße wage, bekomme ich mit meinem Po alle Unebenheiten, ja Schlaglöcher und tief in den Asphalt eingedrückte Gully-Deckel am Straßenrand zu spüren. Für mich als Infrastrukturministerin ist es eine recht gute persönliche Erfahrung...“

Ministerin Djatlowa erklärte vor Journalisten, dass sie demnächst auf Stadtebene eine Beratung zum Thema Kaliningrader Straßennetz einzuberufen gedenke. „Der Straßenrand muss für Radler reserviert sein“, sagte sie. „Bei der Planung neuer Straßen werden Radwege natürlich gleich mit eingeplant. Es ist natürlich schwer zu sagen, ob das Fahrrad einmal zum Verkehrsmittel Nr.1 in unserer Stadt wird, der Trend geht jedenfalls in der Richtung und wir müssen dem Umstand unsere Rechnung tragen.“




Devisenkurse: 31. 08. 2017
1 EUR = 70,2000 Rbl
1 US$ = 58,7300 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank