Wirtschaft
31. 07. 2017
Avtotor stellt neuen Geschäftspartner vor
Zwei Jahre nach dem Ausscheiden von General Motors startet Avtotor die Zusammenarbeit mit dem chinesischen Automobilproduzenten FAW (First Automotive Group Works).
FAW ist das älteste Unternehmen der chinesischen Autoindustrie, es produziert jährlich über 3.000 Kraftfahrzeuge. In Kaliningrad soll nun im Rahmen dieser vielversprechenden Kooperation der Crossover FAW Besturn X80 hergestellt werden. Eine Probepartie von 120 Wagen ist bereits unter strengster Einhaltung aller Produktionstechniken vom Band gelaufen. Der Crossover gehört zur Modellreihe SUV B/C, er hat nun den Konkurrenzkampf mit nach Russland aus Korea und Japan importierten Autos ähnlicher Klassen zu bestehen.

Avtotor braucht für den „Chinesen“ keine neue Produktionshalle zu bauen. Die Halle in dem Vorort Kosmodemjanskij – dort, wo früher die GM-Modelle hergestellt wurden – ist dazu bestens geeignet. „Dank der Zusammenarbeit mit FAW können wir nun die Lücke schließen, die sich in unseren Produktionskapazitäten nach dem Wegfall der GM-Modelle gebildet hatte“, sagt der Vorsitzende des Direktorenrats der Holdinggesellschaft Avtotor, Walerij Gorbunow.

Der Umfang von Investitionen, die für die Umsetzung der ersten Phase des FAW-Projektes erforderlich sind, werden auf 750 Millionen Rubel geschätzt. Insgesamt ist mit Ausgaben in Höhe von ca. 10 Milliarden Rubel zu rechnen. Die Finanzen stellen Avtotor selbst und die Investoren aus China, darunter auch der sogenannte Automobilfonds der Volksrepublik China, im Rahmen des Entwicklungskonzeptes „Seidene Straße“ zur Verfügung.

Beide Geschäftspartner, FAW und Avtotor, planen die Arbeitsgänge Schweißen und Lackieren hier vor Ort auszuführen, diese weiter zu vervollkommnen und die sogenannte Lokalisierung der Autoproduktion zu steigern, um letztendlich eine sogenannte Vollzyklusproduktion zu ermöglichen. 2018 planen sie mit Montagearbeiten zu beginnen, um eine komplette Pkw-Produktion inklusive Schweißen und Lackieren schon 2020 starten zu können.

Für die Anlaufphase ist ein verkürzter Technologiezyklus vorgesehen: Komplett geschweißte und lackierte Autoteile sollen aus China angeliefert und hier vor Ort zusammengebaut werden. Das heißt aber nicht, dass sich Avtotors Beitrag zur Produktion von FAW-Wagen lediglich auf ein „Zusammenschrauben vorgefertigter Bauteile“ beschränken würde. Nein, die hochqualifizierten Arbeiter von Avtotor sind für die gesamte überaus komplizierte technische Montage des Fahrgestells, des Motors und aller im Inneren des Wagen befindlichen mechanischen und elektrischen Bauteile – insgesamt fast 3.000 an der Zahl – verantwortlich.

Die Umsetzung des FAW-Projekts hat jetzt schon zur Schaffung von 74 neuen Arbeitsplätzen geführt. In Zukunft sollen bei der Herstellung von FAW-Fahrzeugen ca. 300 Arbeitskräfte beschäftigt sein, dadurch soll die Personalstärke wiederhergestellt werden, die es hier vor Anbruch der Wirtschaftskrise gab.

Die Leitung von Avtotor geht davon aus, dass in Zukunft etwa die Hälfte der in Kaliningrad produzierten Wagen der FAW-Modellreihe ins Ausland, darunter in die Nahost-Länder, beispielsweise in die Türkei und den Iran exportiert werden würden, so der Vorsitzende des Direktorenrats, Walerij Gorbunow.

Planungen zufolge werde die Produktionsleistung dieses Betriebsteils von Avtotor ca. 6.000 Pkw pro Jahr betragen. 2017 sollen weitere 500 bis 700 FAW-Wagen vom Band rollen. Der Vorsitzende des Direktorenrats der chinesischen Gesellschaft FAW Import Export, Wan Tschzhi, versicherte, dass das Sortiment der bei Avtotor produzierten Wagen durch weitere FAW-Modelle erweitert werden könne.




Devisenkurse: 31. 10. 2017
1 EUR = 67,6400 Rbl
1 US$ = 58,1200 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank