Aktuelles
31. 07. 2017
Nur noch ein Jahr bis zum Start der Fußball-WM
Schaffen es Stadt und Gebiet, das WM-Stadion und sonstige Sportanlagen in der bis Juni 2018 verblieben Zeit fertigzustellen? Mit dieser Frage setzt sich die Zeitung „Argumenty i Fakty“ auseinander.

Man kann die Umrisse des zukünftigen WM-Stadions jetzt schon deutlich erkennen. Foto: I.S.
In Moskau hat der legendäre Fußballstar Pele die symbolische Rückzählung der bis zum Beginn der Fußballmeisterschaft verbliebenen Zeit in Gang gesetzt. Dabei scheint es in unserem Gebiet wenig Grund zur Selbstzufriedenheit zu geben: Objekte, die schlüsselfertig sind, kann man an den Fingern einer Hand abzählen.

Der Schauplatz der WM-2018 in unserer Stadt, das Stadion, weist bereits ein fertiges Membrandach auf. Die Arbeiter sind dabei, die Außenflächen des Stadions mit Dekorplatten auszukleiden und in den Innenräumen die Abschlussarbeiten zu erledigen. Die Sand- und Schottergrundlage des Spielfeldes ist zur Hälfte fertig, bald bekommt das Spielfeld einen grünen Rasen. Ein Entwässerungssystem ist gerade in Arbeit. Planungen zufolge soll das Stadion zum Jahresende abnahmefertig werden. Was noch ansteht, ist Straßen und Zufahrtswege auf der Insel Oktjabrskij (ehem. Lomse), auf der das Stadion steht, zu verlegen.

Die Bewohner der Insel befinden sich derweil in einer Art Blockade. Beide Brücken, welche die Insel mit den anderen Teilen der Stadt verbinden – die Holzbrücke und die Hohe Brücke – sind wegen Umbauarbeiten bis Oktober dieses Jahres für den Autoverkehr gesperrt.

Die Strecke des Boulevards Solnetschny – von der Oktjabsrskij- bis zur Pawlowa-Straße – ist nicht wieder zu erkennen: Die zahlreichen Verkaufsbuden sind verschwunden, an ihrer Stelle präsentiert sich hier dem Betrachter eine wunderschöne Fußgängerzone.

Anders verhält es sich nach Meinung des Gebietsoberhaupts mit den Trainingsplätzen für zukünftige WM-Teilnehmer. Das unweit des Friedlandtores gelegene Stadion „Lokomotive“ sei nur zu 30 Prozent saniert und renoviert worden. Das Stadion „Pionier“ ist viel besser dran: Das dazugehörige Gebäude wird verputzt und mit allem Notwendigen innen und außen ausgestattet. Man verlegt jetzt dort die Versorgungsleitungen und Stromkabel.

Entlang des Paradekais wird das Ufer befestigt. 84 Prozent der dafür notwenigen Arbeiten seien ausgeführt worden. Die Treppen und Rollstuhlrampen sowie das Entwässerungssystem seien so gut wie fertig. Man arbeitet derzeit an der Regenkanalisation und bereitet die Begrünung des anliegenden Geländes vor.

In Swetlogorsk (ehem. Rauschen) hat man gerade mit dem Bau eines Trainingsplatzes begonnen. Der Bauabschluss ist für April 2018 vorgesehen.

Es ist jetzt schon klar, dass man den WM-Teilnehmern nicht alle für sie eingeplanten Hotels zur Verfügung stellen kann. Der Bau des Hotels „Domina“ unweit der Gorki- und Rakitnaja-Straße musste wegen Finanzierungsprobleme stillgelegt werden. Das Hotel sollte laut Terminplan schon im November dieses Jahres einzugsfertig sein. Ein Teil der großen Grünanlage am Kaufhaus „Epizentrum“ wurde seinerzeit abholzt, um der Baustelle für das „Domina“-Hotel Platz zu machen. Und nun stellt es sich heraus, dass man es lieber nicht machen sollte. Selbst wenn sich jetzt ein neuer Investor findet und den Bau des Hotels fortführt – er wird es zeitlich nicht mehr schaffen können. Die Verantwortlichen auf Gebiets- und Stadtebene haben sich deshalb an das Organisationskomitee der Fußballweltmeisterschaft mit der Bitte gewandt, anstatt von Domina ein anderes vorhandenes Hotel in Kaliningrad, beispielsweise das Hotel „Marton Palace“ in der Bogdan-Chmerlnitzky-Straße, zu wählen. Das Gebiet ist ja verpflichtet, für die Fußball-WM insgesamt 2.139 Hotelzimmer verschiedener Komfortklassen zur Verfügung zu stellen.

Bei der kürzlich durchgeführten „Direktlinie“ mit Präsident Wladimir Putin wurde folgende Frage gestellt: Was geschieht mit dem Riesenstadion nach Abschluss der Fußball-WM? Angeblich würden die Neben- und Instandhaltungskosten für das Stadion nicht unter 200.000.000 Rubel pro Jahr liegen. Dazu bezog der Interims-Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, Anton Alichanow, folgende Stellung: „Dass für den Bau des Stadions die Oktjabrski-Insel gewählt wurde, ist für die Stadt ein Segen. Über 150 Hektar Boden zwischen zwei Flussarmen können wir dadurch nutzbar machen. Eine andere Frage ist, was wir nach 2018 mit dem für 36.000 Zuschauer ausgelegten Stadion machen sollen? Der Vizepremierminister und Chef der russischen Sportföderation, Vitaly Mutko, schlägt uns vor, das Stadion in das Gebietsvermögen zu übernehmen. Wo sollen wir dann aber jedes Jahr 200 Millionen Rubel für dessen Unterhalt hernehmen?“

Präsident Putin sieht die Zukunft des Stadions nicht so schwarz und versucht den Kaliningradern einzureden, dass ihnen das Stadion zum Wohle gereichen würde, wenn man da genug Sportvereine, Interessengemeinschaften, Fitnessclubs usw. ansiedeln und für deren störungsfreien Betrieb sorgen würde (Das Betreiben des Stadions könnte in diesem Fall durch Kassieren von Mieten und Gebühren wirtschaftlich werden – Anmerkung der KE-Redaktion).




Devisenkurse: 31. 08. 2017
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Quelle:Russ. Zentralbank