Städtebau
01. 07. 2017
Statt einer alten Brücke zwei neue
Entscheidungsträger auf Stadtebene erwägen den Plan, die alte Auto- und Eisenbahnbrücke über den Fluss Pregel gegen zwei neue zu ersetzen.

Die historische Auto- und Eisenbahnbrücke bedarf einer umfassenden Rekonstruktion und Modernisierung. Foto: I.S.
Die erste davon soll nur für den Auto-, die zweite nur für den Eisenbahnverkehr dienen. Alexander Rolbinow, der Vizepremierminister der Gebietsregierung, ist überzeugt, dass eine neue Autobrücke eine viel größere Durchlasskapazität haben und den Schiffsverkehr auf dem Fluss Pregel nicht behindern würde.

Die heutige Brücke genügt den Anforderungen des modernen Autoverkehrs schon lange nicht mehr. Die Brücke gehört der Eisenbahn und befindet sich in einem recht labilen technischen Zustand. Sie bedarf einer dringenden Erneuerung. Laut Vizepremierminister Rolbinow seien ein paar technische Lösungen und Entwürfe für den Bau einer neuen Autobrücke bereits vorhanden.

Der Umbauplan sieht Folgendes vor:

1) Die Brücke soll von Grund auf saniert oder gar neu gebaut werden;

2) Der Schiffsverkehr auf dem Fluss Pregel soll weder durch die Auto-, noch durch die Eisenbahnbrücke behindert werden;

3) Der Autoverkehr soll sich zügiger abwickeln, damit sich an dieser Stelle keine Staus bilden.

Der Vizepremierminister unterließ es, einen Akzent auf die Erhaltung des historischen Anblicks der Brücke zu machen – wahrscheinlich, weil er das für ein untergeordnetes Problem hält.

Bemerkenswert ist, dass der Abriss der alten Brücke nicht zum ersten Mal auf die Tagesordnung der Stadtmodernisierer gesetzt wird. 2013 kündigte die Stadtverwaltung einen Umbau dieser Brücke und deren Teilung in zwei getrennte Brücken an. Es wurde sogar bekannt, dass man bei der Eisenbahn an den ersten Entwürfen dazu arbeite.

Noch früher, 2007, kündigte der Pressedienst der Kaliningrader Eisenbahn eine Erneuerung der Brücke an. Angeblich war die Erneuerung auch finanziell gesichert. Es muss jedoch etwas dazwischengekommen sein und der Umbauplan wurde auf später verschoben.

Als nun die Kaliningrader Öffentlichkeit erfuhr, dass der historischen Brücke ein Abriss drohe, schlug sie Alarm. Igor Afonin und Igor Altuchow, beide Mitglieder des hiesigen Heimatklubs, unterbreiteten den Vorschlag, die Eisenbahnbrücke weiter bestehen zu lassen, jedoch ohne Autos darüber fahren zu lassen. Der Autoverkehr soll demnach auf eine zweite, getrennt zu errichtende Brücke umgeleitet werden.




Devisenkurse: 29. 09. 2017
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Quelle:Russ. Zentralbank