Mensch und Natur
01. 06. 2017
Küste in Pionerskij braucht dringend Schutz
Die Winterstürme haben den Strand in Pionerskij (ehem. Nehkuhren) zur Hälfte weggespült. Die entlang der Küste verlaufende Promenade ist infolgedessen der Wucht der Meereswellen ausgesetzt.

Die Promenade in Pionerskij ist eine der längsten an Samlands Küste. Foto I.S.
Die Promenade wurde seinerzeit mit dem Ziel gebaut, die Steilküste vor Zerstörung zu schützen. Jetzt braucht sie selbst Schutz vor der Kraft der Brandung: Die Wellen tosen direkt unterhalb der Promenade und greifen die Küste an, von der große Erdbrocken angespült und zur Beute der Wellen werden. Die verantwortlichen Behörden können so gut wie nichts dagegen tun, es sei denn, sie markieren Stellen, die besonders gefährdet sind, mit einem Sperrband.

Die Firma Beregosastschita, die auf Küstenschutz spezialisiert ist, führt die Beschädigung der Promenade auf die unzureichende Tiefe der Stützpfeiler zurück. Die Brandung finde deswegen einen Weg für sich unter dem Fundament hindurch und spüle Teile der Küste einfach weg.

Die Notlage betrifft jetzt ganz besonders einen über 300 Meter langen Abschnitt der Promenade in Pionerskij. In der Mitte der Promenade weist die Küste Löcher von bis zu anderthalb Metern Tiefe auf und östlich davon ist sie durchgehend abgestürzt, sodass dort ein bis zu drei Meter tiefer Graben entstanden ist.

Beregosastschita plant deshalb in Pionerskij das deutsche Buhnensystem wieder zu errichten, um das Wegspülen von Sand zu verhindern und dadurch den Strand breiter werden zu lassen – eine Methode, die sich in Selenogradsk (ehem. Cranz) gut bewährt hat. In Selenogradsk wurden die gefährdeten Strandabschnitte dadurch um etwa zehn Meter breiter und die Baukosten fielen mit etwa 77 Millionen Rubel moderat aus.

Man ist jetzt dabei, die Kosten für ein ähnliches Bauvorhaben in Pionerskij zu veranschlagen. Dass etwa die Hälfte des Strandes in Pionerskij für Urlauber und Touristen in diesem Jahr nicht begehbar sein wird, ist nicht so schlimm. Viel schlimmer würde der Verlust der nicht vor allzu langer Zeit gebauten Promenade und des wunderschönen Kiefernwaldes dahinter wiegen.

Promenaden werden ja nicht nur zum fröhlichen Lustwandel, sondern in erster Linie für einen besseren Küstenschutz errichtet. Die einzige Promenade in unserem Gebiet, die nur für angenehme Spaziergänge mit Ausblick aufs Meer gebaut wurde, befindet sich in Jantarnyj (ehem. Palmnicken). Doch auch sie bereitet der dortigen Ortsverwaltung reichlich Kopfschmerzen, weil sie immer wieder von Sand zugeschüttet wird. Auch hier liegt der Grund für den Missstand in einer fehlerhaften technischen Planung. Der Bürgermeister von Jantarnyj, Andrej Salivatskij, meint, man hätte die Promenade zumindest um einen Meter höher machen sollen. So wie sie ist, muss sie immer wieder von Sand befreit werden. Die Errichtung einer Düne, die die Promenade vor Wind schützen soll, ist ebenfalls sehr kostenaufwendig.




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Quelle:Russ. Zentralbank