Kultur
01. 06. 2017
„Große Herkulanerin“ erfreut Kunstliebhaber
Die Kunstgalerie hat einen Gegenstand des ostpreußischen Kulturerbes – die Statue „Große Herkulanerin“ – ihrem früheren Besitzer für 300.000 Rubel abgekauft.

Die restaurierte Statue „Große Herkulanerin“ ist das zentrale Exponat einer in der Kaliningrader Kunstgalerie ausgestellten Sammlung. Foto: I.S.
Eine in der Ortspresse veröffentlichte Anzeige sorgte im Herbst vergangenen Jahres unter dem kunstinteressierten Publikum in Kaliningrad für Aufsehen: Eine im altrömischen Stil erschaffene alte Statue wurde laut Annonce zum Kauf angeboten. Es handelte sich dabei um die „Große Herkulanerin“, eine in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erschaffene Kopie einer aus dem 1. Jahrhundert unserer Zeitrechnung stammenden Marmorreplik. Die Statue hatte den Zweiten Weltkrieg und die nachfolgende Zeit überlebt. Die Zeitung „Komsomolskaja Pravda“ berichtete ihren Lesern über die Geschichte dieses Meisterwerks.

Die Statue schmückte einst einen Landschaftspark im ostpreußischen Landgut Klein Beinuhnen (heute Uljanovskoje bei Osjorsk/Darkehmen). Damals gab es dort ein Museum, das nach dem Krieg leider zerstört wurde. Von den Ausstellungsstücken dieses Museums blieb so gut wie nichts erhalten. Lediglich zwei seiner Skulpturen befinden sich jetzt in der Kaliningrader Kunstgalerie und können dort besichtigt werden. Die „Große Herkulanerin“, die kürzlich per Anzeige zum Kauf angeboten wurde, war ein drittes Kunstwerk aus der Sammlung in Beinuhnen. Verständlich, dass die Kunstgalerie alles daran setzte, ihre Bestände um dieses Meisterwerk zu bereichern.

Die Statue fand in der Galerie einen gebührenden Platz unter den Exponaten der ständigen Ausstellung „Zeitbrücke Kaliningrad/Königsberg“. Die Besucher können da die „Große Herkulanerin“ neben den Skulpturen „Ceres“ des deutschen Bildhauers Joseph von Kopf und „Die Badende“ aus der Kunstsammlung Fritz von Fahrenheids (1815-1888) bewundern. Der „Beschreibungskatalog“ des Kunstsammlers Fritz von Fahrenheid nennt die „Große Herkulanerin“ eine „Statue mit dem wunderschönsten Gewand“, das es je an einem Kunstwerk gegeben hat. Die lebensgroße Statue stellt eine Frau dar, die einen altrömischen Chiton mitsamt einem Überzug anhat, der ihre Schultern und den Kopf bedeckt.

Die Statue hat lange unter freiem Himmel auf dem Gelände einer im Wrangel-Turm untergebrachten Antiquitätenhandlung gestanden. Nachdem der Wrangel-Turm auf Gerichtsbeschluss geräumt und wieder zu Gebietseigentum wurde, nahm die Antiquitätenhandlung die Statue an ihren neuen Standort mit.




Devisenkurse: 30. 11. 2017
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Quelle:Russ. Zentralbank