Soziales
01. 06. 2017
„Wir schrecken selbst vor Abwerbungen nicht zurück“
Der Interims-Gouverneur Anton Alichanov setzt im Medizinbereich auf „Piraterie“. In einem Interview mit dem Kaliningrader Fernsehen hat er die Absicht erklärt, Ärzte aus anderen Regionen Russlands mit fetten Gehältern ins Gebiet zu locken.

Im Medizinberteich herrscht nach wie vor ein großer Personalmangel. Besonders sind Hausärzte auf dem Lande gefragt. Foto: I.S.
Als weiterer Anreiz soll es angeworbenen Fachkräften genehmigt werden, ihre Dienstwohnungen nach 7 bis 10 Jahren Arbeit im Gebiet zu privatisieren, oder, anders gesagt, sie zu Eigentumswohnungen zu machen. „Wir garantieren ihnen unseren Beistand, wenn beispielsweise der Ehepartner Arbeit sucht, oder wenn sie Schul- oder Kindergartenplätze für ihre Kinder benötigen. Wir bieten ihnen beste Arbeitsbedingungen und statten sie mit erstklassiger Medizintechnik aus. Wir sind dabei, Anreize auch für Krankenschwestern und Pfleger zu schaffen“, zitiert die Webseite „Klops.ru“ die Worte des Gouverneurs.

Dem neuen Gebietsoberhaupt scheint es ganz besonders daran zu liegen, die ärztliche Versorgung der Bevölkerung zu verbessern. Dazu hat er schon ein paar rigorose Kaderentscheidungen getroffen: einen neuen Minister für das Gesundheitswesen ernannt und den Arbeitsvertrag mit dem Chefarzt des Gebietskrankenhauses einseitig und vorfristig aufgelöst. Der Grund soll in beiden Fällen ein Korruptionsverdacht gewesen sein: Der Minister hatte einen Kaufvertrag für den Erwerb von High-Tech-Medizintechnik für eine Frauenklinik unterzeichnet, in dem die angegebenen Preise etwa doppelt so hoch waren wie die Marktpreise. Im Fall des Chefarztes hatten schwerwiegende Mängel bei der Versorgung des Gebietskrankenhauses mit Medikamenten zur erzwungenen Aufgabe des Postens geführt.

Als Erfolg für sich kann Alichanov verbuchen, dass das versprochene Onkologiezentrum seiner Realisierung näher kommt. Es wurde grundsätzlich beschlossen, mit den Bauarbeiten in Rodniki schon in diesem Jahr zu beginnen. Die Finanzen dazu seien bewilligt worden – allerdings in einem etwas geringeren Maße als erwartet.




Devisenkurse: 01. 06. 2017
1 EUR = 63,4100 Rbl
1 US$ = 56,6900 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank