Wirtschaft
01. 06. 2017
Sanktionen beeinflussen Preise
Auf der Mülldeponie in Kruglovo ist wieder einmal eine größere Menge von mit Einfuhrstopp belegten Waren – ca. 7.000 Kilogramm Obst und Gemüse – vernichtet worden.
Man kippte die Tomaten, Gurken, Erdbeeren und Minze auf den Boden und ließ einen Traktor mehrfach darüber fahren. Die Begründung: Der Zoll hatte auf Tomaten, deren Ursprungsland laut Zollpapieren Aserbaidschan sein sollte, Etiketten in polnischer Sprache entdeckt. Die Birnen, angeblich aus Argentinien, waren in Folie mit einer niederländischen Adresse gewickelt. Erdbeeren aus „Ägypten“ wiesen eine Markierung in spanischer Sprache auf.

Gegen die Speditionsfirma, die diese Waren nach Russland einzuführen versuchte, ist ein administratives Strafverfahren eingeleitet worden. Ihr droht eine Geldstrafe von bis zu 400.000 Rubel (ca. 7.500 Euro).

Insgesamt sind im Gebiet nach Angaben der Zeitung „Argumenty i Fakty“ seit August 2015 über 235 Tonnen „Sanktionswaren“ vernichtet worden. Der Zoll tut das, „um die Interessen der einheimischen Wirtschaft zu schützen“.

Russische Unternehmen haben es jetzt ohne Konkurrenz aus dem Westen tatsächlich leichter, und sie setzen alles dran, die eigene Produktion so schnell wie möglich anzukurbeln. Doch das geht leider nicht von heute auf morgen, für neue Investitionen sind Geld und Zeit notwendig. So kommt es, dass die Endverbraucher zu den Leidtragenden werden. Sie sind sauer, weil die Preise steigen und das Warensortiment schrumpft.

Der Preisanstieg ist zum Teil auf nun etwas länger gewordene Transportstrecken zurückzuführen. Gäbe es keine Sanktionen und keinen Einfuhrstopp, könnten die Preise im regionalen Einzelhandel nach Expertenschätzungen um bis zu 15 bis 30 Prozent niedriger sein.




Devisenkurse: 01. 06. 2017
1 EUR = 63,4100 Rbl
1 US$ = 56,6900 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank