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28. 04. 2017
„Keine einzige Spur von Germanisierung!“
Der Interims-Gouverneur des Kaliningrader Gebietes, Anton Alichanov, hat in einem Interview mit der Zeitung „Kultura“* Stellung zu der sogenannten „Germanisierung“ genommen. Er verglich sie mit einer „Marsianisierung“.

Gouverneur Anton Alichanov: „Ich lebe schon seit über anderthalb Jahren im Gebiet und kann ganz bestimmt sagen, dass hier weder eine ‚Germanisierung‘, noch ‚Polonisierung‘, noch eine ‚Marsianisierung‘ möglich sind“. Foto: I.S.
„Ich lebe schon seit über anderthalb Jahren im Gebiet und kann ganz bestimmt sagen, dass hier weder eine ‚Germanisierung‘, noch ‚Polonisierung‘, noch eine ‚Marsianisierung‘ möglich sind“, antwortete Alichanov auf die Frage nach separatistischen Tendenzen in der Region. „Das Gebiet ist russisch nach seinem Geist, nach der Zusammensetzung seiner Bevölkerung und nach dem historischen Bewusstsein der hier lebenden Menschen. Mehr noch: Nach der tief empfundenen Heimatliebe und der Verbundenheit unserem ‚großen Vaterland‘ gegenüber zu urteilen, können wir es durchaus mit vielen anderen russischen Regionen aufnehmen. Und es gibt keine gesellschaftliche Bewegung oder gar eine geistige Bestrebung nach etwas Gegensätzlichem.“

Der Interims-Gouverneur bezog auch Position zu einigen außenpolitischen Fragen. Er meinte, das Kaliningrader Gebiet sei schon allein wegen seiner geografischen Lage auf gutnachbarliche Beziehungen mit Polen und den baltischen Ländern angewiesen.

Zur Information: Unter „Germanisierung“ versteht man gesellschaftliche Bestrebungen, welche die Loslösung des Kaliningrader Gebietes zum Vorteil Deutschlands propagieren bzw. darauf gerichtet sind. Diejenigen, die sich des Begriffs „Germanisierung“ in diesem Sinne bedienen, sehen separatistische Bestrebungen beispielsweise im Interesse für die Geschichte Ostpreußens, wie es vor dem Zweiten Weltkrieg bestand, in Reklameschildern mit lateinischer oder deutscher Schrift, in deutsch klingenden Benennungen von Firmen, Gasthäusern, Cafes usw.

*Die Zeitung „Kultura“ positioniert sich als Sprachrohr des „geistigen Raums des russischen Eurasiens“.




Devisenkurse: 31. 07. 2017
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Quelle:Russ. Zentralbank