Sport
31. 01. 2017
FC Baltika in tiefer Finanzkrise
Findet sich ein Sponsor, der dem einzigen professionellen Fußballclub unserer Oblast finanziell unter die Arme greift? Diese Frage stellt das Wochenblatt „Argumenty i Fakty“ und versucht gleichzeitig, eine Antwort zu finden.

Seine beste Zeit hatte der FC Baltika, als das AKW Baltijskaja ihm finanziellen Beistand garantierte. Foto: I.S.
Baltika nimmt sich schon seit fünfzehn Jahren nichts Großes mehr vor. Der Grund ist einfach: Dem Club fehlt das Geld, um für gute Fußballer attraktiv zu sein. Einen Hoffnungsschimmer gab es 2012, als der russische Konzern „Rosenergoatom“ zum Sponsor wurde. Der Club stieg danach gleich zu den fünf besten Mannschaften der nationalen Fußballliga Russlands auf.

Nachdem jedoch der Bau des Atomkraftwerks „Baltijskaja“ auf Eis gelegt worden war, war auch das Sponsoring vorbei. Eine Zeit lang hofften die Fans von Baltika dann auf die Handelsgesellschaft „Sodruschestwo“, diese hatte versprochen, dem Club jährlich 80 Millionen Rubel zukommen zu lassen. Das Versprechen wurde aber vergessen, als ein anderer Gouverneur an die Macht in der Region berufen wurde.

Die Behörden auf Stadtebene hatten dem Club ohnehin schon jegliche Unterstützung verweigert.

So kam es, dass der FC Baltika heute am Rand des finanziellen Ruins steht. Gehälter und Löhne werden niemandem – weder den Fußballern, noch den Angestellten – mehr ausgezahlt.

Die geringen Einnahmen vom Ticketverkauf reichen gerade noch aus, um die Stromrechnungen und Telefongebühren zu begleichen. Millionenbeträge werden dringend benötigt, um die Schulden für die Verpflegung und Unterbringung der Fußballer in Hotels zu begleichen, die entstanden, als die Mannschaft auswärts spielen musste.

Der Schuldenberg hat inzwischen einen Stand von 60 Millionen Rubel erreicht. Mindestens 150 Millionen Rubel werden benötigt, um die Teilnahme des Fußballclubs an den für 2017 eingeplanten Wettbewerben zu ermöglichen. Die Gebietsregierung hat sich bereit erklärt, dem Club im laufenden Jahr 50 Millionen Rubel zu überweisen – offensichtlich bei weitem nicht genug.

So kam es, dass die Fans von Baltika es satt waren, dem Verfall ihres Lieblingsclubs weiter tatenlos zuzusehen. Sie schrieben an Präsident Wladimir Putin, den bevollmächtigten Präsidentenvertreter im nordwestlichen Föderalkreis Nikolaj Zukanov, den Vorsitzenden des russischen Fußballverbands Vitalij Mutko und die regionalen Behörden einen Brief und baten darin, den FC Baltika als regionales Aushängeschild und einzige Fußballmannschaft, die Kaliningrad seit Jahren bei Landesmeisterschaften vertritt, vor dem Untergang zu bewahren.

„Es gab ja noch schwerere Zeiten“, heißt es in dem Brief. „Als beispielsweise die Sowjetunion zerfiel. Doch selbst dann vermochte man eine Lösung zu finden. Und heute kommen jedesmal bis zu 9.000 Fußballfans ins Stadion, um ihre Mannschaft zu unterstützen – selbst wenn das Glück ihr nicht gesonnen ist.“ Ca. 12.000 Kaliningrader haben den Brief bereits unterschrieben.




Devisenkurse: 31. 08. 2017
1 EUR = 70,2000 Rbl
1 US$ = 58,7300 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank