Kultur
31. 01. 2017
Museum statt Jugendzentrum
Das Gebäude der ehemaligen Königsberger Börse beherbergte in der Sowjetzeit viele Jahre den „Kulturpalast der Seeleute“. Dieser wurde dann in ein „Jugendzentrum“ umgewandelt, welches nun zum „Museum der bildenden Künste“ werden soll.

Obwohl das wiederaufgebaute Gebäude offiziell den Namen „Jugendzentrum“ trägt, wird es im Volksmund noch immer „Börse“ genannt. Foto: I.S.
Da sich das Haus, in dem die Kaliningrader Kunstgalerie derzeit residiert, in einem „Havariezustand“ befindet, wurde beschlossen, ihren Bestand ins Gebäude der ehemaligen Königsberger Börse am Südufer des alten Pregel zu überführen. Fast alle Innenräume des Baudenkmals sollen dazu in zweckdienliche und ästhetisch ansprechende Ausstellungssäle umgewandelt werden. Um das historische Aussehen des Gebäudes nicht zu gefährden, soll sich der Umbau nur auf das Nötigste beschränken.

Innenarchitekten schlagen vor, den Zuschauerraum des heutigen Jugendzentrums in eine Mehrzweckhalle umzuwandeln, die nicht nur als Konzert-, sondern auch als Konferenz- und Ausstellungsraum dienen könnte. Die Bühne und die Zuschauerplätze sollen transformierbar sein.

„Wir wollen mehrere Stockwerke des Gebäudes so miteinander verbinden, dass sie einen einheitlichen Baukomplex bilden und allen Besuchern, auch solchen mit Behinderung, gleichermaßen zugänglich sind“, sagte der Vizepremierminister der Gebietsregierung, Garri Goldman, der Zeitung „Komsomolskaja Pravda“. „Ein anderes Ziel unseres Bauvorhabens ist es, diese Kultureinrichtung logistisch mit anderen Museen und touristischen Attraktionen der Stadt zu verbinden. Wir haben vor, Besuchern neue Ausflugswege – zu Fuß und auch auf dem Wasser – anzubieten, auf welchen sie die Börse als eines von mehreren Besichtigungsobjekten würden besuchen können. Als erstes planen wir jedoch das anliegende Gelände zu verschönern und das Erdgeschoss der Börse zu erneuern.“

Die Leiterin der Kunstgalerie, Galina Sabolozkaja, meint, das Gebäude der Königsberger Börse biete ausreichend Platz für die geplanten Ausstellungen und genüge allen Anforderungen, die üblicherweise an Museen und ähnliche Kultureinrichtungen gestellt werden. Die Kunstgalerie organisiert jedes Jahr an die 50 verschiedene Ausstellungen und sonstige Kulturveranstaltungen. Die Bestände der Kunstgalerie enthalten ca. 14.000 Kunstwerke: Gemälde, Grafiken, Fotografien, Skulpturen und Kunstgewerbeartikel.

Nach dem Umzug von ihrem jetzigen Standort am Moskovskij Prospekt ins Gebäude der alten Börse wird die Kunstgalerie ihre Pforten für Kunstliebhaber wieder öffnen. Dann schon unter neuem Namen als „Museum der bildenden Künste“.




Devisenkurse: 31. 08. 2017
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Quelle:Russ. Zentralbank