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„Die ganze Oblast ist grenznahes Gebiet“
Die visumfreie Überquerung der Grenze für die Einwohner der russischen Exklave wäre nur noch eine Formalität, würde Brüssel sich der Sache endlich annehmen.

Noch kann niemand sagen, wie der visumfreie Grenzverkehr praktisch umgesetzt werden könnte. Fest steht nur, dass die Grenzen nicht abgeschafft werden. Foto. I.S.
So antwortete der stellvertretende Vorsitzende der Gebietsduma, Konstantin Poljakow, auf die Frage der Nachrichtenagentur „Regnum“, ob für Kaliningrader in Zukunft eine Ein- und Ausreise ohne Visum nach Litauen und Polen denkbar sei.

„Das Schengener Abkommen sieht die Möglichkeit eines so genannten ‚nahen Grenzverkehrs‘ vor. Dieser gewährt Reisen bis zu 50 Kilometer in das jeweilige Landesinnere“, erläuterte Poljakow weiter. Das Kaliningrader Gebiet, mit seinen kaum 100 Kilometern Breite, genügt diesen Bedingungen fast gänzlich.

„Tritt eine solche Verfügung in Kraft, können die Bewohner unseres Gebietes die Nachbarländer in einem erleichterten Verfahren besuchen“, sagte Poljakow. „Sie sollen aber nicht vergessen, dass es die Schaffung einer entsprechenden Infrastruktur voraussetzt und zu keinen Transitreisen berechtigt.“

Zur Erinnerung:
Nachdem die Übereinkunft zwischen Russland und der Europäischen Union über eine Vereinfachung des Visaverfahrens am 1. Juli 2007 in Kraft getreten war, kamen die Bewohner der Kaliningrader Region um ihr Privileg, kostenlose Mehrfachvisa für Reisen nach Polen oder Litauen zu erhalten.

Sie sind jetzt in dieser Hinsicht mit allen anderen Bürgern Russlands gleichgestellt und müssen für ein Visum eine Gebühr von 35 Euro bezahlen.




Devisenkurse: 02. 07. 2019
1 EUR = 71,4100 Rbl
1 US$ = 62,2300 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank