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Wirtschaft
Fischhandel über Börsen
Fisch gehört zu den teuerstan Nahrungsmitteln in Russland - selbst in einheimischen Hafenstädten. Ein Grund dafür ist der Verkauf von eigenen Fängen im Ausland.

Fischer brauchen sich um Abnehmer ihrer Fänge nicht mehr zu kümmern. Dafür werden Fischbörsen sorgen. Foto: I.S.
Das staatliche Komitee für Fischwirtschaft greift zu radikalen Mitteln, um den illegalen Absatz von Fischfängen im Ausland zu unterbinden und um letztlich die einheimische Fischverarbeitung und dadurch den Verbrauch von Fisch und Fischwaren in Russland zu fördern.

Das Komitee ordnete an, noch in diesem Jahr Fischbörsen in fünf Hafenstädten Russlands, darunter auch in Kaliningrad, zu gründen. Diese sollen die Fischer motivieren, ihren Fang lieber im Heimathafen legal durch Versteigerung statt im Ausland am russischen Zoll vorbei zu verkaufen. Ab jetzt müssen die Fischer ihre Fänge beim Zoll deklarieren. Der Staat will dadurch klare Verhältnisse schaffen: Kein ausländischer Abnehmer frischgefangener Fische wird jetzt sagen können, er hätte nicht gewusst, dass er bei Direktgeschäften mit russischen Schiffen in Wirklichkeit Schmuggelware kauft.

Die Zeitung „Kaliningradskaja Prawda“ kommentierte die Neuerung: „Für Fischer muss der Handel über Börsen von Vorteil sein: Sie brauchen sich um keine anderen Abnehmer ihrer Ware mehr zu kümmern, niemand wird nun ihren Preis unterbieten können, die Preise werden sich weitgehend nach Angebot und Nachfrage auf dem Weltmarkt richten. Die Transparenz der Geschäfte in der Branche soll dadurch erhöht werden. Zur finanziellen Absicherung der Reform sollen das Komitee für Fischwirtschaft und die landwirtschaftliche Rosselchos-Bank 50 Milliarden Rubel (1,5 Milliarden Euro) bereitgestellt haben.“




Devisenkurse: 02. 07. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank