Das Archiv des KÖNIGSBERGER EXPRESS
Grenze
Spürhund entdeckte Illegale
Bei der Routinekontrolle eines Güterzuges an der Grenze zu Polen hat der russische Grenzschutz zwei junge Chinesen entdeckt, die illegal nach Westeuropa ausreisen wollten.

Eine Grenzstreife mit voller Ausstattung: ein Telefon, ein Funkgerät, ein Spürhund und - für den Fall aller Fälle – die Kalaschnikows. Foto: I.S.
Genauer gesagt war es der Spürhund der Grenzer, der die Chinesen, die sich in die Kohle eingegraben hatten, aufspürte. Man brachte die beiden Pechvögel auf die Wache und leitete ein Untersuchungsverfahren ein. Außer ihren Pässen und insgesamt etwa 200 US-Dollar führten sie nichts mit sich. Russisch konnten sie nicht im Geringsten oder taten nur so, als ob sie es nicht könnten.

Einen Tag später wurden die Grenzgesetzverletzer nach Kaliningrad in die regionale FSB-Zentrale (Red.: FSB – russischer Abschirmdienst, dem der Grenzschutz unterstellt ist) überführt. Dort fand ein Verhör mit Hilfe eines Dolmetschers statt. Es stellte sich dabei heraus, dass die Männer, 22 und 35 Jahre alt, vor einiger Zeit nach Moskau gekommen waren, um etwas Geld zu verdienen. Wegen des großen Wettbewerbs mit anderen Chinesen, von denen es in der russischen Hauptstadt sehr viele gibt, kamen sie dort auf keinen grünen Zweig und beschlossen deshalb ihr Glück in Westeuropa zu versuchen. Mit einem Inlandflug kamen sie zuerst nach Kaliningrad. Von hier aus hofften sie unentdeckt mit einem Güterzug über die Grenze zu gelangen.

Der FSB meint, dass die beiden mit Sicherheit einen Komplizen in Kaliningrad gehabt haben mussten, der ihnen half, heimlich in den Güterzug einzusteigen.

Zur Information: Seit Anfang 2006 seien nach Angaben des Grenzschutzes 566 Personen, die illegal in die Nachbarländer auswandern wollten, festgenommen worden. Die meisten von ihnen stammen aus Ländern, die nach dem Zerfall der Sowjetunion selbstständig wurden. Einige wenige Abenteurer versuchten, aus der Mongolei und China über das russische Territorium illegal nach Westeuropa zu gelangen.




Devisenkurse: 31. 10. 2018
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Quelle:Russ. Zentralbank