Das Archiv des KÖNIGSBERGER EXPRESS
Medizin
Menschenleben geht über alles
Michail Welikoselez (48), der sich als Tourist in der Dominikanischen Republik eine schwere Kopf- und Gehirnverletzung zugezogen hatte, wurde mit einer Sondermaschine des Katastrophenschutzes nach Kaliningrad zurückgeflogen.

Ein riesengroßer Jet des russischen Katastrophenschutzes, kurz nach der Landung im Flughafen Charbrowo. Foto: I.S.
Zuvor musste er in einem örtlichen Spital eine Schädeltrepanation überstehen. Die Abholung des Verunglückten hatte das regionale Gesundheitsministerium initiiert, das sich dazu mit entsprechenden Bittschreiben an Ministerpräsident Putin, Gesundheitsministerin Golikowa und Chef des Katastrophenschutzes Schoigu wandte. Die Zentralregierung reagierte positiv und schickte eine IL-76 zu den Antillen. Nach der Landung der Maschine in Chrabrowo Mitte Januar wurde Welikoselez mit einem Reanimationswagen vom Flughafen nach Kaliningrad gefahren und auf die Intensivstation der Gebietsklinik gebracht.

Die Internetseite „lozero.ru“ stellt nun die Frage, was denn Michail Welikoselez für eine Person sei, dass seinetwegen eine schwere Maschine um die halbe Erdkugel entsandt wurde, die dabei 60 Tonnen Kerosin verbraucht hat? Sie publiziert dazu verschiedene Vermutungen, eine davon geht darauf hinaus, dass Welikoselez hohen Regierungs- und Geschäftskreisen nahestehe. Der Fall Welikoselez scheint in der jüngsten Geschichte Russlands präzedenzlos zu sein und lässt hoffen, dass eine solche Reaktion des Staates fortan für jeden einzelnen seiner Bürger gilt.




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Quelle:Russ. Zentralbank