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Seestürme zerstören die Kurische Nehrung
Ein Sturm folgt dem anderen. Haben die Mitarbeiter des Nationalparks eine Zerstörung beseitigt, kommt ein nächster Sturm, der ihre Bemühungen wieder zunichte macht.

Das Kleinod des Samlands, die Kurische Nehrung, schwebt in Gefahr wie nie zuvor. Foto: I.S.
Orkanartige, ungewöhnlich lang anhaltende Winde und die überaus starken Wellen stellen die Vorderdüne auf der Kurischen Nehrung in diesem Winter auf eine harte Probe. Die Sandstrände sind seeseitig fast auf der ganzen Länge der Landzunge weggeschwemmt worden. Die Brandung nimmt den Sand der so genannten Vorderdüne, die die Nehrung vor der zerstörerischen Kraft der Wellen schützt, zu großen Teilen ins Meer zurück.

„Es gab am Jahresende 2011 einen Seesturm mit Windstärken von fast 100 Stundenkilometern, der 26 Stunden ununterbrochen anhielt. Die Vorderdüne wurde dadurch fast um zwei Meter abgesenkt. Es sieht aus, als wäre hier eine Planierraupe im Einsatz gewesen“, sagt die Leiterin der wissenschaftlichen Abteilung des Nationalparks „Kurische Nehrung“, Irina Schukowskaja, der Zeitung „Komsomolskaja Prawda“. „Diesem Sturm folgte bald ein weiterer, der die Schäden des ersten Orkans noch verschlimmerte. Der obere Teil der Vorderdüne wurde wie von einem Messer gekappt, so dass die Düne jetzt an einigen Stellen nur noch 1,5 Meter hoch ist. Am schlimmsten traf es die ersten zehn Kilometer der Nehrung, bis zur Siedlung Lesnoje (ehem. Sarkau) und im Bereich der 14-Kilometer-Marke unweit der Siedlung Chwojnoje. Stärkere Verwüstungen gab es 2007, wo die winterlichen Seestürme gleich sechs Meter der Vorderdüne abtrugen.

Sobald sich das Wetter beruhigt hat, beginnen wir mit den Aufräumarbeiten und versuchen die Vorderdüne wieder anzuhäufen. Jedoch wird es von Mal zu Mal problematischer. Die Häufigkeit der Stürme hat stark zugenommen. Während es früher lediglich alle fünfzig Jahre einmal so stark stürmte, gab es in den letzten zwölf Jahren gleich vier überaus starke und lang anhaltende Stürme, die eine besondere Gefahr darstellen. Welche Schäden wir diesen Winter noch zu erwarten haben, ist nicht vorauszusehen.“




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Quelle:Russ. Zentralbank