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Politik
Shirinowski: im Jahr 2000 wieder Nachkriegsgrenzen
"Kaliningrad gehört wieder zu Russland, wenn wir den Litauern das Gebiet um Vilnius wegnehmen!" äußerte LDPR-Vorsitzender Shirinowski vor tausenden Meetingteilnehmern auf dem Platz des Sieges in Kaliningrad.

Anlässlich einer Besuchsreise durch das Kaliningrader Gebiet (28. bis 29. Mai) wandte er sich in seiner Ansprache und in der anschließenden, vom örtlichen Fernsehen live übertragenen, Pressekonferenz scharf gegen das Sonderstatusgesetz für Kaliningrad.

Das Gesetz werde sich in der Duma nicht durchsetzen, kündigte er an. Kaliningrad bedürfe keines besonderen Status. Die Exklave ließe sich leicht wieder rückgängig machen, indem man das einstige russische Territorium um Vilnius annektiere.

Litauen und andere Ostseerepubliken schlug er vor mit Wirtschaftssanktionen gefügig zu machen: "Wir schalten ihnen Erdöl und Gas ab und liefern keine Werkzeugmaschinen und Ausrüstungen mehr", so könne man territoriale Probleme einfacher lösen.

Die Zukunft des Kaliningrader Gebiets sah der LDPR-Chef optimistisch. Unter der Bedingung jedoch, dass es nicht ausländischem Kapital "zum Zerfleddern" vorgeworfen werde. "Kein Verkauf oder Verpachtung von Grund und Boden an ausländische Firmen! Kein verkauf von Immobilien! Sonst diktieren sie uns morgen schon die Bedingungen!"

Planmäßig von seinem Sieg bei den anstehenden Präsidentschaftswahlen ausgehend, versprach er für die allernächste Zukunft Russlands Wiedervereinigung mit der Ukraine, Weißrussland und Kasachstan. Bis zum Jahr 2000 will er die Nachkriegsgrenzen der Sowjetunion im Rahmen eines einheitlichen Staates wiederhergestellt haben.

Den Deutschen Königsberg zurückzugeben, revidierte er im Fernsehen als Fehlinterpretation, fügte aber hinzu: "Man muss in strategischer Hinsicht mit Deutschland Freundschaft halten."

Politische Prahlerei vieles, billiger Bauernfang manches, die Absurdität der Erklärungen lächerlich. Wären da nicht die letzten Dumawahlen: 30 Prozent im Gebiet für die LDPR.

E. Lebedewa




Devisenkurse: 28. 02. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank