Das Archiv des KÖNIGSBERGER EXPRESS
Wirtschaft
Stadt Kaliningrad: Fahrt ins Bodenlose?
Die Produktion städtischer Industriebetriebe ging 1995 gegenüber dem Vorjahr um 36 Prozent zurück
Besonders stark wurde die Textilindustrie von dem Rückgang betroffen (um 62%). Um 38 bzw. 37% reduzierte sich der Umfang der Möbel- und Nahrungsmittelproduktion. In der Möbelbraiiche waren die Kapazitäten nur zu einem Drittel ausgelastet.

Die Maschinenbauer konnten fast drei Viertel des Ausstosses des Vorjahres erzielen. Papier und Mappe waren in der Produktionspalette der Kaliningrader Fabriken im vergangenen Jahr überhaupt nicht vertreten. Dagegen verdreifachte sich die HerStellung von Zellulose. Die Erdölindustrie förderte bei einer stabil bleibenden Nachfrage dennoch 7 % weniger. Der Grund: Liquiditätsprobleme. In der Konsumgüterindustrie betrug der Rückgang 23 Prozent. Der Wohnungsbau verringerte sich um 11% und wurde auf 144 Tsd. qm Gesamtfläche geschätzt Der Dienstleistungssektor legte um das 2,9fache zu. Allerdings ist die Inflationsrate von 242% bei dieser Zahl nicht berücksichtigt Der Einzelhandel erreichte einen Umsatz von 1.277 Mrd. Rbl (schätzungsweise 370 Mio. DM). Das ist zwar um das 2,3fache mehr als im Jahr zuvor, jedoch auch nicht inflationsbereinigt.

Der Export städtischer Betriebe konnte sich auf einem Niveau von 285 Mio. US-Dollar (84 % des Exportes des Kaliningrader Gebietes) behaupten. Vergleichszahlen zum Jahr 1994 lagen nicht vor.

Im vergangenen Jahr ließen sich in Kaliningrad 292 Gemeinschaftsunternehmen (mit Teilhabern aus 33 Ländern) registrieren, von denen 283 ihre Tätigkeit im selben Jahr aufnehmen konnten. Ihr gesamter Außenhandelsumsatz belief sich 1995 auf 101 Mio. US-Dollar.




Devisenkurse: 28. 02. 2019
1 EUR = 74,9700 Rbl
1 US$ = 65,8900 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank