Das Archiv des KÖNIGSBERGER EXPRESS
Geschichte & Gegenwart
Die Kreuz-Apotheke findet neuen Herrn
Knapp dem Abriss entgangen, bekommt ein Baudenkmal Überlebenschancen.
Ein Teil der in der Frunse-Straße 55 in Kaliningrad stehenden Hausruine, auf deren morscher Fassade heute noch die aus der Vorkriegszeit stammende Aufschrift „Kreuz-Apotheke“ zu lesen ist, stürzte im vergangenen Jahr zum Teil ab und erschlug dabei einen armen Schlucker, der sich dorthin in der Suche nach verwertbaren Metallteilen unglücklicherweise verirrt hatte. Im Bürgermeisteramt wurden nach diesem traurigen Vorfall die Stimmen laut, das das baufällige Haus schnellstens auf die Abrissliste gehöre, obwohl es damals schon auf einer anderen Liste stand: der des Kultur- und Denkmalschutzes.

Nun ist aber in der Geschichte des alten Hauses eine Wende zum Guten eingetreten: es ist von der Kaliningrader Baufirma „Schilpromstroj“ für 930.000 Rubel (ca. 33.000 Euro) gekauft worden. In dem Kaufvertrag gibt es eine Klausel, nach der das Eigentumsrecht auf den Käufer erst dann in vollem Maße übergeht, wenn er das Haus innerhalb von zwei Jahren wiederaufgebaut hat. Allerdings muss das Restaurationsprojekt noch obligatorisch mit dem Chefarchitekten Kaliningrads und der Gebietsbehörde für Denkmalschutz abgestimmt werden. Auch die Verlängerung des Grundstücksmietvertrages will die Stadt der Käuferfirma erst nach Abschluss der Bauarbeiten bewilligen.

Das Haus wurde 1906 von einem unbekannten Baumeister erbaut. Bis Kriegsende wurde es als Mietshaus genutzt. Nach dem Krieg nutzte man es als Wohnhaus, nur im Erdgeschoss waren einige Imbissstuben untergebracht. Mitte der 90er Jahre wurde das Haus einer Privatfirma mit der Auflage übergeben, seine Einwohner in andere Wohnungen auszusiedeln und das Haus selbst wiederaufzubauen. Doch die Firma ging bankrott und der Verfall des nun leerstehenden Hauses ging weiter…




Devisenkurse: 31. 05. 2019
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Quelle:Russ. Zentralbank