Das Archiv des KÖNIGSBERGER EXPRESS
Reisen
Reisepass als Einlassschein in die Heimat
Über zwei Drittel der Gebietseinwohner haben keinen Reisepass. Da Polen ab 1. Juli 2003 und Litauen ab 1. Oktober 2003 die Visumspflicht für russische Bürger einführen, müssen alle Einwohner der Enklave Kaliningrad Reisepässe ausgestellt bekommen.
Zurzeit sind hier nur etwa 280.000 Menschen im Besitz solcher Dokumente. Bis zur Einführung der neuen Visaregelung muss man noch ca. 700.000 Gebietseinwohner mit Reisepässen versorgen, was eine enorme Belastung für die passaustellenden Behörden und miteinbezogenen Institutionen bedeutet. Ohne erhebliche Finanzaufwendungen wird man dieses Problem nicht bewältigen können.

Doch es liegt nicht nur an Zeit- und Geldmangel. Es ergibt sich aus der neuen Lage eine ganze Reihe völlig neuer Probleme. Was soll man nun zum Beispiel mit russischen Militärs anfangen, für die laut Gesetz keine Ausstellung von Reisepässen vorgesehen ist? Oder mit Bürgern, die beim Wohnungsamt nur zeitweilig oder überhaupt nicht angemeldet sind und somit ihr Recht auf einen Reisepass nicht geltend machen können? Wie wird man mit Inhaftierten verfahren, die derzeit ihre Strafe in Strafvollzugsanstalten des Kaliningrader Gebietes absitzen, selbst aber Einwohner anderer russischer Regionen oder gar Bürger anderer Staaten sind? Für sie alle wird das Gebiet Kaliningrad zu einer Mausefalle werden, die sie nicht verlassen können.




Devisenkurse: 31. 05. 2019
1 EUR = 72,8400 Rbl
1 US$ = 65,3800 Rbl
Quelle:Russ. Zentralbank